Ausgabe: 2009/12, Kopf der Woche, KAB-Bundessekretärin, Maria Etl, Wirtschaftskrise, 28. März, Politik, Finanzsystem, Banken, AMS
18.03.2009
- Hans Baumgartner
„Es darf keinesfalls weitergehen wie bis-her“, sagt Maria Etl, Bundessekretärin der Katholischen Arbeitnehmer/innenbewegung. Deshalb ruft die KAB auch zum Aktionstag „Wirtschaftskrise“ am 28. März auf.
„Nur wenn sich viele engagieren, kann die gegenwärtige Wirtschaftskrise auch zu einer Chance werden“, ist Maria Etl überzeugt. Deshalb ruft die KAB zur Teilnahme am Aktionstag auf. „Wenn wir in das Sozialwort der Kirchen schauen, dann ergibt sich für uns die Pflicht, für eine grundlegende Wende in der Wirtschaft einzutreten“, betont Etl. „Wir brauchen eine effiziente Kontrolle der weltweiten Finanzsysteme ebenso wie mehr Verteilungsgerechtigkeit in Österreich. Die Banken bekommen viel Geld. Aber was bekommen die Klein- und Mittelbetriebe, was die von Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit Betroffenen, was bleibt für die Bildung über?“ fragt Etl besorgt. Die Krise wäre eine Chance, sich auf den sozialen und ökologischen Umbau der Wirtschaft zu besinnen, den Faktor Arbeit zu entlasten und die Kapitalerträge mehr zur Finanzierung des Gemeinwohls heranzuziehen.
Gut getan. Maria Etl (43) will „etwas für die Menschen bewegen.“ Deshalb hat sie sich nach 15 Jahren Tätigkeit im Aus- und Fortbildungsbereich (Banken, AMS) bei der KAB beworben. Dahinter stand auch die Erfahrung, „dass mir die Kirche immer gutgetan hat. Da habe ich als junger Mensch gelernt, mich zu engagieren, mich für Veränderungen einzusetzen; da habe ich viele Leute getroffen, die sehr offen waren, und solche, die sich mit gewissen Dingen nicht einfach abfinden wollten“, erinnert sich Etl an eine sehr intensive Zeit in ihrer ehemaligen Pfarre Halbturn.
Maria Etl: „Ich würde mir wünschen, dass sich die Politik weniger um die Banken und mehr um die unschuldigen Opfer der Wirtschaftskrise sorgt. Es darf nicht sein, dass die kleinen Leute die Rechnung der Spekulanten zahlen.“