In einem Brief an alle Bischöfe der Welt-kirche ging Papst Benedikt auf die heftigen Auseinandersetzungen ein, die rund um die Rücknahme der Exkommunikation der vier Lefebvre-Bischöfe entstanden waren.
Papst Benedikt sah sich angesichts der „Heftigkeit der Auseinandersetzung innerhalb und außerhalb der Kirche, wie wir sie seit langem nicht erlebt haben“, gedrängt, in einem persönlichen Brief an die Bischöfe seine Motive darzulegen, aber auch offen auf Fehler, Pannen und Missverständnisse einzugehen. Zutiefst bedauert der Papst in seinem Schreiben, dass die Rücknahme der Exkommunikation vom „Fall Williamson“ überlagert wurde. Und so erschien das, was als Geste der Versöhnung für eine sich abspaltende kirchliche Gruppe gedacht war, „plötzlich als etwas ganz anderes: als Absage an die christlich-jüdische Versöhnung, als Rücknahme dessen, was das Konzil in dieser Sache zum Weg der Kirche erklärt hat“, schreibt der Papst. Er räumt offen ein, dass in der Kurie bei der Informationsbeschaffung offensichtlich Fehler passiert seien. Betrübt habe ihn, so der Papst, „dass auch Katholiken, die es eigentlich besser wissen konnten, mit sprungbereiter Feindseligkeit auf mich einschlagen zu müssen glaubten“. Und er bedankt sich bei den jüdischen Freunden, die geholfen haben, das Missverständnis aus der Welt zu räumen. Ausdrücklich bekennt sich Papst Benedikt zur Wichtigkeit des Dialogs mit dem Judentum.
Mitsprache. Als weitere Panne bedauert der Papst auch, dass der Vorgang nicht klar genug dargestellt und nicht ausreichend kommuniziert wurde. Als Konsequenz kündigte Papst Benedikt an, dass die für konservative Gruppen zuständige Kommission „Ecclesia Dei“ in die Glaubenskongregation eingegliedert werde. Dadurch würden in deren Entscheidungen in Hinkunft die Kardinäle der Kurie und Vertreter des Weltepiskopats stärker eingebunden. In der Sache selber machte der Papst deutlich, dass er um eine Versöhnung mit den Lefebvrianern bemüht sei, dass diese vor einer Eingliederung in die Kirche aber auch die Lehren des II. Vatikanums und der nachkonziliaren Päpste anerkennen müssten.