„Warum?“ steht auf einem Plakat, das Schüler/innen vor der Albertville-Realschule in Winnenden aufgestellt haben. Seit dem schrecklichen Amoklauf eines Siebzehnjährigen am Mittwoch vergangener Woche trauert die Kleinstadt. Jugendliche und Erwachsene treffen sich vor der Schule und in der Schlosskirche, schockiert, trauernd und immer wieder fragend – warum? Seit dem ersten Tag stehen neben Psychologen auch Notfallseelsorger den Menschen vor Ort bei, halten sie in den Armen, sprechen mit ihnen und beten mit ihnen, wenn das gewünscht wird. Sie haben es über-nommen, die Angehörigen der Opfer – und auch die Eltern des Täters – zu informieren. Sie haben auch die Einsatzkräfte betreut und mit den geschockten Ermittlungsbeamten am Tatort ein Abschiedsritual gehalten.
Auch in Österreich sind in Krisenintervention geschulte Nofallseelsorger/innen immer wieder im Einsatz, wenn Menschen durch elementare Ereignisse, vor allem durch plötzlichen Tod naher Angehöriger, erschüttert werden. Sie leisten Beistand durch ihr Dasein und Mitgehen in der Trauer, durch ihr Zeithaben für die Betroffenen, durch Gespräche sowie durch Abschiedsrituale und Gebete, wenn das gewünscht wird. Notfallseelsorger/innen stehen bei traumatischen Ereignissen auch Einsatzkräften zur Verfügung. In Österreich wurden in den vergangenen Jahren über 300 Notfallseelsorger/ -innen ausgebildet. Sie werden über die Einsatzzentralen alarmiert.