Ein wichtiges Handbuch der katholischen Christen heißt „Gotteslob“. Damit ist auch ihre wesentlichste Berufung ausgedrückt: Gott zu loben. Eine Pfarrgemeinde ist vor allem Gebets- und Eucharistiegemeinde. In ihr ist der Herr selbst gegenwärtig. Darum lebt die Kirche von der Eucharistie. Vom Altar ausgehend wird Gemeinde gebildet. So wird durch die Teilnahme an der Opferfeier Christi der Tag des Herrn auch der Tag der Kirche. Das Verharren im Gebet ist ebenfalls Kennzeichen einer lebendigen Gemeinde. In ihr zeigt sich ihre Offenheit auf Gott hin am überzeugendsten. Denn im Gebet wird nicht über Gott gesprochen, sondern mit ihm. Darum ist der eigentliche Ort kirchlicher Versammlung nicht der Sitzungssaal, sondern das Gotteshaus: Dem Gottesdienst soll ichts vorgezogen werden, mahnt der hl. Benedikt. So wächst der Glaube dort, wo wir beten, wo wir aus der Kraft der Sakramente leben, wo wir den Sonntag heiligen und unser Leben nach dem Evangelium und der kirchlichen Lehre ausrichten. Es ist für mich immer eine Freude, wenn mir anlässlich einer Visitation in den einzelnen Pfarren über Gebetskreise oder Apostolatsgruppen berichtet wird, die auch zur Eucharistischen Anbetung zusammenkommen. Wäre es nicht wichtig, dass wir neben der sonntäglichen Eucharistie auch das tägliche Gebet pflegen, einzeln oder in Gruppen (Anbetung, Rosenkranz, Andacht, Litanei, …)? Dabei ist es nicht zuerst wichtig, wie viele gemeinsam beten, sondern dass es geschieht!