Ausgabe: 2009/13, Kopf der Woche, Wolfgang Pucher, Rebell, Nächstenliebe, Lazaristenpater, Evangelium, Obdachlose, Bettler, Flüchtlinge, VinziDorf, Granz
25.03.2009
- Susanne Huber
Am 31. März wird Pfarrer Wolfgang Pucher 70 Jahre alt. Aus diesem Anlass ist ein Buch über den Lazaristenpater und Gründer zahlreicher Vinzenzgemeinschaften erschienen.
Dazu berufen, „den Armen das Evangelium zu bringen“, hat sich Pfarrer Wolfgang Pucher stets für jene Menschen eingesetzt, die am Rande der Gesellschaft stehen: Obdachlose, Flüchtlinge, Bettler. Im Laufe der Zeit hat der Grazer Pfarrer insgesamt 52 Vinzenzgemeinschaften für Menschen in Not in Österreich, Deutschland und der Slowakei gegründet. Für sein soziales Engagement ist er oft angefeindet worden. „Als ich 1993 das VinziDorf für österreichische obdachlose Alkoholiker errichten wollte, bin ich bei der Bürgerversammlung wie ein Verbrecher niedergeschrien worden. Damals habe ich damit nicht umgehen können. Eines Tages ist mir der Satz von Bert Brecht ,Verdammt, wer sich der Verdammten annimmt‘ untergekommen. Da wusste ich, wer sich der ,hässlichen Armut‘ annimmt, muss ein hohes Maß an Anfeindungen auf sich nehmen.“ Fest im Glauben ist er seinen Weg für die Armen trotzdem weitergegangen.
Werdegang. Aufgewachsen ist Wolfgang Pucher mit seinen zwei Geschwistern in ärmlichen Verhältnissen im oststeirischen Zerlach. Seine Mutter war Schneiderin, sein Vater, der 1943 im Krieg gefallen ist, Schuhmacher. „Trotz Armut hat unsere Mutter niemanden weggeschickt ohne ein Stück Brot. Das hat mich immer sehr berührt“, erinnert sich Pucher. Bereits mit zehn Jahren entschloss er sich, Priester zu werden. 1958 ist er ins Klerikat der Kongregation der Mission in Graz eingetreten. 1963 wurde er zum Priester geweiht. Seit 1973 ist Wolfgang Pucher Pfarrer in Graz-St. Vinzenz. Derzeit erholt er sich von einer schweren Lungenentzündung.
- Buchtipp: „Wolfgang Pucher. Rebell der Nächstenliebe.“ von Cornelia Krebs. Verlag Styria, 2009, Euro 24,95.
Pfarrer Wolfgang Pucher: „Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Das ist ein Wort Jesu. Und daran halte ich mich, so gut ich kann, bis heute.“