„Ich bin nach Afrika gekommen, um die Botschaft der Vergebung, der Hoffnung und eines neuen Lebens in Christus zu verkünden.“ Das sagte Papst Benedikt vor einer Million Menschen in der angolanischen Hauptstadt Luanda. In Kamerun bezeichnete er Afrika als „Kontinent der Hoffnung“.
Mit dem Sonntagsgottesdienst auf dem Freigelände von Cimangola in der angolanischen Hauptstadt Luanda erreichte die sechstägige Afrikareise von Papst Benedikt ihren Höhepunkt. Eine Million Menschen hatten stundenlang in der schwülen Hitze ausgeharrt, um mit dem Gast aus Rom ein Freudenfest des Glaubens zu feiern. Ungemein aufmerksam folgten sie den Worten des Papstes, als er vom Leid und vom zerstörerischen Hass im angolanischen Bürgerkrieg sprach und von der Notwendigkeit für Aussöhnung, Frieden und Gerechtigkeit in Afrika. Diese drei großen Themen, die von der afrikanischen Bischofssynode im Oktober behandelt werden, waren das „Leitmotiv“ der Afrikareise des Papstes.
Steht auf. Immer wieder rief der Papst die Afrikaner dazu auf, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Zugleich mahnte er aber auch die reichen Staaten, ihre Versprechungen (0,7% Entwicklungshilfe) endlich umzusetzen. Klimawandel und Finanzkrise dürfen nicht zu Lasten der Ärmsten gehen, forderte der Papst. Den Gläubigen rief er eindringlich ihre Verantwortung für Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden, für den Zusammenhalt der Familien und für den Kampf gegen Gier und Korruption, Krankheit und Elend in Erinnerung. „Steht auf, macht euch auf den Weg. Liebt eure Nächsten ohne Ansehen der Hautfarbe, der Ethien, Sprache oder Religion. Schaut voll Vertrauen in die Zukunft und vertraut auf die Verheißungen Gottes. So werdet ihr zur Zukunftshoffnung für diesen Kontinent, zum Versprechen auf ein besseres Morgen“, appellierte der Papst an seine Zuhörer.
Frauen achten. Nicht nur bei seiner Begegnung mit angolanischen Frauenorganisationen wandte sich der Papst gegen den weit verbreiteten Machismus in der afrikanischen Gesellschaft. Er forderte von den Männern, mehr Verantwortung für Ehe und Familie zu übernehmen und die Gleichberechtigung der Frauen und ihre großen Leistungen für Familie und Gesellschaft anzuerkennen. Zum Thema Aids meinte der Papst bereits in einem Mediengespräch während des Hinfluges, dass man dieses Problem nicht mit Werbeslogans überwinden könne. „Wenn die Seele fehlt, wenn die Afrikaner sich nicht selbst helfen, kann diese Geisel nicht mit der Verteilung von Kondomen beseitigt werden.“ Eine nachhaltige Lösung könne nur durch „eine Humanisierung der Sexualität, einer neuen Art des Umgangs miteinander“ sowie durch tätige Solidarität und Freundschaft mit den Leidenden erreicht werden.