Die Kirche ist von gestern, bekommt man – zunehmend öfter – zu hören. Sie nimmt die Leute nicht ernst und traut ihnen nichts zu. Was hat denn ein Papst schon zu reden, wenn es um menschliches Zusammenleben geht? Verzopft, lebensfremd und – siehe Kirchenbeitrag – zu teuer. Ist das Kirche? Die Karwoche beginnt, und damit die Zeit, in der die klugen Gespräche verstummen. Bei dem, was den Christen in Erinnerung gerufen wird, geht es nicht um Meinungsaustausch über Beiläufiges. „Wie stehst du zu dem, den man zum Kreuz führt, festgenagelt, und der dann stirbt?“, lautet die Frage. – Und dass er lebt! Der Osterglaube, das ist der Kern der christlichen Botschaft. Nicht ob ich einem Bischof oder gar dem Papst oder einem Zeitungsbericht zustimmen kann, ist da die Frage, sondern ob ich Jesus folgen will – oder nicht. Ihm folgen heißt, die festgenagelten Hände zu lösen indem ich ihm meine Hände gebe – zum Heilen und zum Aufrichten. Mit seinen Händen hat er – am letzten Abend noch – den Freunden die Füße gewaschen, dann das Brot und den Wein genommen, um sich selbst zu schenken. Ein Glück für jeden, der auf solch „gestrige“ und „verzopfte“ Menschen trifft. Sie öffnen den Himmel.