Kopf der Woche: Erzbischof Louis Sako von Kirkuk, Irak
Ausgabe: 2009/14, Dialog, Menschen, Erzbischof Louis Sako von Kirkuk, Irak, Schweigemarsch, Christen, Bischofshaus, Moslems
01.04.2009
- Susanne Huber
Am vergangenen Freitag hat der chaldäisch-katholische Erzbischof Louis Sako von Kirkuk am traditionellen Schweigemarsch für verfolgte Christen in Wien teilgenommen. Er hat dabei besonders auf die dramatische Situation der Christen im Irak hingewiesen.
In seiner Diözese Kirkuk kennt ihn fast jeder. Der Kontakt zu den Leuten ist für Erzbischof Louis Sako bedeutend. „Viele Menschen kommen zu mir, fragen mich um Rat und ich helfe, wo ich kann“, sagt der charismatische Bischof und lächelt. Er hat stets ein offenes Ohr für die Anliegen der Bevölkerung und ist immer im Dialog mit ihnen, auch mit den Moslems. „Wir diskutieren über politische Themen, die gegenwärtige Situation im Land, über die verschiedenen Religionen, über Versöhnung und die Brüderschaft zwischen Christen und Moslems“, erzählt Louis Sako mit ruhiger Stimme. Doch der Balanceakt ist nicht immer einfach angesichts der angespannten Lage zwischen Christen und fundamentalistischen Moslems im Irak. „Manchmal ist es gefährlich, das ist mir bewusst, aber ich habe keine Angst.“
Zum Bleiben ermutigen. Vor allem in Mossul, der Geburtsstadt Sakos, ist die Situation für Christen nach wie vor riskant, Gewaltakte sind nicht selten. Viele Christen haben deshalb das Land verlassen. Trotz großer Probleme ermutigt der 60-jährige Bischof die Menschen, in ihrer Heimat zu bleiben. Louis Sako studierte in Rom und Paris und erwarb das Doktorat in Patristik und Geschichte des frühen Christentums. 1974 wurde er zum Priester geweiht. Als Pfarrer in Mossul setzte er sich mit Sozialprojekten für die Armen ein. Von 1997 bis 2001 war Sako Rektor des Chaldäischen Priesterseminars in Bagdad. Seit 2003 ist er Erzbischof der nordirakischen Erdölstadt Kirkuk.
Erzbischof Louis Sako: „Ich bin immer in Kontakt mit den Leuten. Das Bischofshaus in Kirkuk ist stets offen für alle Menschen, auch für die Moslems. Und viele von ihnen kommen. Gemeinsam setzen wir uns ein für Frieden und Dialog.“