Drei lange Jahre waren Aaron und Bryce Dessner von The National damit beschäftigt, Künstlerkollegen für die gute Sache zu gewinnen: Im Februar 2009 erschien dann endlich der Benefizsampler „Dark Was The Night”, mit dem die Red Hot Organisation im Kampf gegen Aids unterstützt wird. Und die lange Wartezeit hat sich gelohnt, denn auf zwei CDs gibt sich das Who’s who der amerikanischen Indie-Szene die Klinke in die Hand: Mit musikalischen Regentropfen umfängt uns das Nick-Drake-Cover „Cello Song” in einer Interpretation von The Books und Jose Gonzales. Feist und Ben Gibbard legen ein wunderbares Duett im reduzierten „Train Song” hin. Wenn aber dann The National mit „So Far Around The Bend” um die Ecke biegen und der Himmel voller Geigen hängt, brechen endgültig alle Dämme. Und mit der Version des Dylan-Klassikers „I Was Young When I Left Home” von Antony Hegarty sind wir eh schon längst auf die Gewinnerstraße eingebogen.CD 2 weist dann zwar die größeren Namen auf und Bands wie Arcade Fire mit „Lenin” oder Yo La Tengo mit „Gentle Hour” lösen auch ein, was sie versprechen, doch bei so manch anderem Künstler gilt wohl eher der olympische Gedanke: Dabei sein ist alles – und die musikalische Sternstunde bleibt aus. Bei 32 Songs ist es aber auch nicht anders zu erwarten, dass der eine oder andere Lückenfüller dabei ist. Unterm Strich bleiben eine Handvoll Melancholie, wunderbarer Indie-Pop und die Botschaft: Play Safe!