Erst seit 1993 sind Roma und Sinti in Österreich eine anerkannte Volksgruppe. Nach wie vor werden sie diskriminiert. Der internationale Tag der Roma und Sinti (8. April) erinnerte daran. Pfarrer Fabian Mmagu ist als Roma-Seelsorger in Österreich darum bemüht, ihnen eine Stimme zu geben.
Dechant Fabian Mmagu ist 2004 von der katholischen Bischofskonferenz zum Seelsorger für Roma und Sinti in Österreich ernannt worden. Nähe zu dieser Volksgruppe aufzubauen sei schwierig, da sie keine feste Struktur liebe, sagt er. Zu seinen Aufgaben zählt, für diese Menschen da zu sein, Sprachrohr zu sein, sie zu begleiten, damit pastorale Zugänge entstehen können. Als große Probleme der Roma nennt er Resignation, fehlendes Selbstvertrauen und Mangel an Bildung. „Wichtig ist, ein Netzwerk zu schaffen, wo alle an einem Strang ziehen. Es geht um Nachhaltigkeit im Sinne von Persönlichkeitsentfaltung und darum, Ängste spirituell abzubauen. Da müssen Vertrauensmaßnahmen gesetzt werden. Ziel ist, von der Versorgung zur Selbstversorgung zu kommen“, so Mmagu.
Von Nigeria nach Österreich. Geboren wurde Fabian Mmagu in Nigeria. Er hat dort maturiert und Philosophie studiert. Danach fragte ihn sein damaliger Bischof, ob er in Europa weiterstudieren möchte. „Ich war 25 Jahre, neugierig und habe ja gesagt, wollte mit der Kirche leben und den Auftrag des Bischofs erfüllen. 1983 bin ich dann nach Österreich gekommen.“ Es folgten das Studium der Katholischen Fachtheologie in Wien und 1988 die Priesterweihe in Eisenstadt. 1995 promovierte er zum Doktor der Ethik und Sozialwissenschaften. Von 1999 bis 2006 absolvierte er eine Ausbildung zum Psychotherapeuten. Seit 2000 ist Fabian Mmagu Pfarrer der Gemeinde Großpetersdorf im Burgenland.
Dr. Fabian Mmagun: „Meine Aufgabe als Roma-Seelsorger in Österreich ist, für diese Volksgruppe, die unerwünscht ist, da zu sein und ihnen eine Stimme zu geben.“