Am Palmsonntag wird zum ersten Mal in der Karwoche die Geschichte um Leiden, Tod und Auferstehung Jesu vorgetragen. Die Karwoche lädt ein, dem Gekreuzigten die Hände zu leihen. Er hat keine anderen.
Geborgen in Schmerz und Leid
Von herkömmlichen Darstellungen des Leidens Jesu Christi wollen die Linzer Dompfarre und die Pfarre Schenkenfelden bei ihren Interpretationen des Kreuzweges abweichen.
Der Kreuzweg im Linzer Mariendom ist 1960 feierlich eingeweiht worden – als Diözesandenkmal aller Opfer des Zweiten Weltkrieges, der nicht einfach nur eine Veranschaulichung des Leidens Jesu Christi ist.
In der Zeit von 3. bis 10. April wird der Kreuzweg durch Holzschnitte von Felix Dieckmann zeitgemäß interpretiert. Unter dem Titel „Bilder vom Sterben“ verarbeitete der Linzer Künstler den Tod seiner Mutter, die er im Sterben intensiv begleitete. „Ich will jeden Menschen dazu anregen, sich seinen eigenen Kreuzweg dazuzudenken“, betont Felix Dieckmann.
Beschädigte Kruzifixe. Gemeinsam mit den Holzschnitten werden Kruzifixe von Elisabeth Bindreiter beim Kreuzweg ausgestellt. Die Künstlerin aus Strohheim hat zum Teil beschädigte Christuskorpusse gesammelt und versucht, mit kleinen Ergänzungen zu neuen Aussagen zu kommen. Damit drückt Bindreiter Leidenserfahrungen aus, verweist auf das Geborgensein in Leid und Schmerz. Die Kunstwerke sprengen den üblichen Rahmen und weisen trotz oder gerade wegen ihrer Zerbrechlichkeit nach oben.
Passion auf Leinwand. Ebenfalls von der herkömmlichen Darstellung der Passion weicht der Pregartner Künstler Prof. Herbert Friedl ab. Sein „Altenberger Kreuzweg“ wird am Sonntag, den 5. April, um 18 Uhr in der Pfarrkirche Schenkenfelden zu sehen sein. Auf Leinwand projiziert und mit Musik untermalt, wird die Betrachtung zu einer Andacht der besonderen Art.