Während Großbetriebe wie BMW Steyr heuer in der Produktion komplett auf Ferialarbeiter verzichten, ist die Lage bei den Klein- und Mittelbetrieben noch deutlich besser.
Ein paar Sommerwochen opfern, am Fließband oder Hochofen schwitzen und damit ordentlich Kohle machen. Wer diesen Traum wahr machen will, braucht heuer sehr viel Glück. Oder extrem gute Beziehungen. Lukrative Sommerjobs sind in Krisenzeiten besonders selten. So wird das stark betroffene BMW-Werk Steyr im Sommer 2009 voraussichtlich gar keine Ferialarbeiter in der Produktion einstellen. Die Ferienjobs des Industriekonzerns gehörten in der Vergangenheit zu den bestbezahlten in ganz Oberösterreich. Ausbildungspraktika wird es jedoch nach wie vor bei BMW Steyr geben. Die Zahl soll mit ca. 100 Praktikumsstellen gegenüber dem Vorjahr relativ konstant bleiben.
Der Hochofen muss warten. Einsparungen bei den Ferialjobs sind nicht nur bei BMW Steyr angesagt. Auch die voestalpine rechnet mit einem geringeren Bedarf bei Ferialarbeitern. Im Schichtdienst arbeiten fällt dadurch heuer wohl für viele Studenten flach. Ähnlich die Lage beim Steyrer Nutzfahrzeuge-Hersteller MAN: Dort wird man heuer „eher weniger“ Ferialjobs zu vergeben haben. Kaum Auswirkungen hat die Wirtschaftskrise dagegen bei den oberösterreichischen Klein- und Mittelbetrieben. Hier stehen die Türen nach wie vor offen. Die Ferialjobbörse des Jugendservices Oberösterreich, wo hauptsächlich Kleinbetriebe ihre Angebote inserieren, verzeichnet sogar einen kleinen Anstieg gegenüber dem Vorjahr. „Bei unserer Jobbörse spüren wir die Wirtschaftskrise noch kaum“, sagt Markus Ladendorfer, Leiter des Jugendservices Oberösterreich. Die Bürojobs seien zwar größtenteils bereits vergeben, doch noch immer würden Firmen neue Angebote reinstellen. Zurzeit sind etwa 130 Firmen auf der ständig aktualisierten Börse vertreten. Die Chancen, einen Ferienjob zu finden, sind somit durchaus noch intakt.
- Die Ferialjobbörse ist unter www.jugendservice.at zu finden!