Ausgabe: 2009/16, Kirchegehen, Garten, Getsemani, Fellinger, Auferstehung, Tradition, Alltagsräume, Kirche
15.04.2009
Ein Garten – nämlich der von Getsemani. Ein Speiseraum – in dem sie zum Abendmahl zusammensaßen. Die Straße, die auf den Kreuzhügel hinaufführt. Ein anderer Weg, der in ein Dorf namens Emmaus führt. Auf Alltagswegen und an Orten des Alltagslebens hat sich jene so bedeutsame Geschichte um Jesus von Nazareth abgespielt, mitten im Leben. Die christliche Tradtion hat – weil ihr diese Ereignisse so bedeutsam waren – um dieses Alltägliche die Aura des Besonderen gehüllt. Zu gewöhnlich erschienen Alltagsräume, also verlegte man das Geschehen in kunstvoll gestaltete heilige Räume. Man setzte besondere Zeiten des Gedenkens fest. Und immer mehr begann man die Welt des Glaubens von der Welt des Alltags zu trennen. Bei vielen finden diese Welten nicht (mehr) zueinander: Der Glaube gehört in die Kirche. Für den Lebensalltag gelten andere Regeln. Kein Wunder, wenn Menschen den Gottesgeist nicht mehr in den Kirchen vermuten. Denn dieser Gottesgeist weist – so die Bibel – hinaus, er schickt fort. Wichtiger, als dass die Leute in die Kirche gehen, ist, dass sie aus der Kirche hinausgehen – um Glauben im Alltag zu leben. Dort ereignet sich Auferstehung.