Ausgabe: 2009/16, Eva Maria Schauer, Mädels, Kopf der Woche, Hammer, Meißel, Siebenbürgen, Rumänien, Spende, Baucamp
15.04.2009
- Hans Baumgartner
Sie war auf der Suche nach einem „anderen Urlaub“. Wenige Monate später stand Eva Maria Schauer mit Hammer und Meißel auf einer Baustelle in Siebenbürgen (Rumänien).
Sie wollte einmal einen anderen Urlaub machen: „Etwas Sinnvolles tun statt Wellness und Faulenzen. Ich hatte aber keine konkreten Vorstellungen, wie das ausschauen könnte“, erzählt die Altenbetreuerin Eva Maria Schauer. Da fiel ihr im Weltcafé Innsbruck ein Prospekt des „Bauordens“ in die Hände. „Das sprach mich gleich an, sinnvoll helfen und etwas tun, was man als Frau normalerweise nicht macht – auf einer Baustelle arbeiten“, erinnert sich Schauer. Mit 14 weiteren, vorwiegend jungen Frauen und Männern aus Deutschland, Holland, der Schweiz und Österreich reiste sie dann im Sommer nach Siebenbürgen. Ein altes Pfarrhaus sollte saniert werden, damit Mütter mit behinderten Kindern dort Urlaub machen können und Beratung bekommen. „Denn Behinderung gilt in dieser Gegend immer noch als ,Strafe Gottes‘ und die Leute werden massiv ausgegrenzt“, erzählt Eva Maria, warum sie sich gerade für dieses Projekt angemeldet hat.
Ein Lächeln. Die Arbeit im Baucamp lernte sie rasch, erzählt Schauer. „Wohl auch deshalb, weil da etliche Mädels waren, die schon auf einem Baulager waren und die mir zeigten, dass wir das auch können.“ Auf die Frage, warum sie bei ihrer ohnedies anstrengenden Arbeit als Altenpflegerin einen Arbeitsurlaub mache, meint Eva Maria lachend: „Ich hab halt eine soziale Ader“. Dazu gehört wohl auch, dass es ihr wichtig ist, „ab und zu ein kleines Lächeln auf das Gesicht der Leute zu zaubern, die ich betreue.“
Eva Maria Schauer: „Ganz konkret an einem sozialen Projekt mitzuarbeiten finde ich für mich besser als anonym eine Spende abzugeben. Das hat mich für einen Einsatz beim Bauorden motiviert. Und die Erfahrungen, die ich machen durfte – auch die tolle Gemeinschaft –, sind der größte Lohn.“