Bei seinem Besuch in der Türkei hat sich US-Präsident Obama klar für den Dialog mit dem Islam und eine Zwei-Staaten-Lösung im „Heiligen Land“ ausgesprochen. Die Kirchenführer in Jerusalem begrüßen das.
Die neue Regierung in Israel hat das im bisher letzten Friedensplan (Roadmap 2002) festgelegte Ziel, einen autonomen Palästinenserstaat anzuerkennen und sich aus den besetzten Gebieten zurückzuziehen, offenbar fallengelassen. Für Präsident Obama ist ein eigenständiger Palästinenserstaat aber nach wie vor ein wichtiger Schlüssel für einen Frieden im Nahen Osten und für den von ihm angestrebten Dialog mit der islamischen Welt. Der lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, hat wiederholt betont, dass nur eine „gerechte Lösung“ Frieden in der Region schaffen kann. Dazu gehöre auch das Recht der Palästinenser auf einen eigenen Staat. In ihrer letzten Weihnachtsbotschaft haben alle 13 Führer der christlichen Kirchen in Jerusalem „die Schaffung eines eigenen Staates Palästina an der Seite Israels“ zur Überwindung der „Last der Besatzung“ gefordert.
Gerechtigkeit für Gaza. In ihrer diesjährigen Osterbotschaft rufen die Kirchenführer zum „Einsatz für Gerechtigkeit“ in Gaza auf. Sie erinnerten an die „jüngsten Leiden der Menschen in Gaza“ und bedankten sich für die weltweite Solidarität der Christen zur Unterstützung der Notleidenden. Sorgen bereitet den Kirchenführern auch die von der israelischen Regierung geplante Zerstörung einer großen Zahl arabischer Wohneinheiten in Jerusalem, die ohne Baugenehmigung errichtet wurden. In Israel ansässige Palästinenser beklagen, dass für sie Baugenehmigungen in Jerusalem praktisch nicht zu bekommen sind. Außerdem gebe es auch viele „illegale“ jüdische Häuser, die nicht abgebrochen würden.