Die Landeshymne vielleicht, und im Falle einer Goldmedaille dann und wann auch die Bundeshymne. Aber dann ist es auch schon aus mit dem Gesang. Eigentlich nicht denkbar, dass der Bundespräsident eine wichtige Botschaft singend vorträgt, oder dass die Regierungskoalition ihr gemeinsames Programm singend dem Parlament präsentiert. Selbst der UNO-Generalsekretär begrüßt die Versammlung nüchtern in Worten. Alles andere wäre lächerlich. Zentrale Botschaften des Glaubens jedoch werden – wie eben erst das Oster-Halleluja – singend vorgetragen. Und es wirkt gar nicht lächerlich. Es unterstreicht die Bedeutung dessen, worum es geht.Trockene Sätze reichen nicht aus – vor allem dann nicht, wenn es um kein bloßes Richtig oder Falsch geht, sondern wenn tiefere Dimensionen des Lebens ins Spiel kommen: Freude und Trauer, Hoffnung und Sehnsucht. Es sind, wurde kürzlich bekannt gegeben, in den letzten Monaten sehr viele Leute aus der Kirche ausgetreten. Traurig ist das, denn sie haben sich aus der Aura dessen entfernt, was Grund zum Singen gibt. Mit Reden allein ist es nicht getan. Es gibt nicht nur das Sag- und Erklärbare. Im Chor der Gesamtkirche fehlen diese Stimmen.