Die ersten sieben Brüder der ökumenischen Mönchsgemeinschaft von Taizé legten vor 60 Jahren ihr Gelübde ab und versprachen Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam. Dieser Ostersonntag am 17. April 1949 war der Schlusspunkt eines längeren Weges. Denn die Sieben, die zum größeren Teil schon eine Reihe von Jahren mit dem Gründer der Bewegung, Frère Roger, zusammengelebt hatten, kamen aus Kirchen der Reformation – eine Bindung auf Lebenszeit war ihnen fremd. So zögerten sie, entschieden sich dann aber doch für eine dauerhafte Bindung, die sie als „Gabe des Heiligen Geistes“ verstanden. Erst vier Jahre später legte Frère Roger den Text der Ordensregel fest und hielt sich weitgehend an die Formulierung, die er selbst und sechs weitere Brüder zu Ostern 1949 verwendet hatten. Auf dem Weg der Ausgestaltung der ökumenischen Mönchsgemeinschaft bleibt dieser 17. April 1949 eine wichtige Etappe. Neun Jahre zuvor hatte der aus der Schweiz stammende Theologe Roger Schutz den Grundstein der Bewegung gelegt. Da kam der reformierte Christ in das damals noch 50 Einwohner zählende burgundische Nest Taizé und half Flüchtlingen. Weltweit waren Bestürzung und Trauer groß, als 2005 der damals 90-jährige Frère Roger gewaltsam zu Tode kam. Unter der Leitung des aus Deutschland stammenden Priors Frère Alois setzt die Gemeinschaft konsequent den Weg der Versöhnung fort.