Eine Ausstellung in der Margret-Bilger-Galerie in Schlierbach beleuchtet das Spannungsfeld zwischen Hunger nach Leben und Todesschicksal. Sie zeigt die letzten Mahzeiten zum Tode Verurteilter.
Vor einigen Jahren entdeckte der belgische Künstler Patrick Guns auf dem Areal des texanischen Justizministeriums eine Liste jener letzten Mahlzeiten, die zum Tode verurteilte Häftlinge unmittelbar vor ihrer Exekution bestellt hatten. Als Antwort auf diesen bitteren Zynismus entwickelte Patrick Guns mit der Serie „My Last Meals“ eine Fotoarbeit, die sich als ebenso klares wie subtiles Statement gegen die Todesstrafe versteht. Der Künstler bat renommierte Küchenchefs erstklassiger Restaurants, die meist sehr einfachen letzten Mahlzeiten aus besagter Liste kulinarisch zu interpretieren und nachzukochen. Den fotografisch festgehaltenen, von den Köchen appetitlich arrangierten Menüs stellt Patrick Guns die schriftliche Repräsentation der Speisenwahl gegenüber. Die Menüauswahl der Todeskandidaten wird dadurch zum Bild ihrer letzten Nachricht, ihrer letzten Spur – eine Verteidigung des Lebens in Anbetracht des beschlossenen Todes.
Die Ausstellung von Patrick Guns ist ein Kooperationsprojekt der Margret-Bilger-Galerie und der Landesgalerie Linz im Rahmenprogramm der oberösterreichischen Landesausstellung „Mahlzeit“. Das Projekt wird von der Galerie Polaris in Paris unterstützt.