Der Glaube drängt Christen zu feiern. Am letzten Wochenende war das – über den gewöhnlichen Sonntag hinaus – gleich drei Mal der Fall.
Rund 2000 junge Menschen machten am Sonntag, 25. April den Linzer Mariendom zum „Schauplatz Kirche“. Firmlinge feierten mit Bischof Dr. Ludwig Schwarz einen festlichen Gottesdienst und erlebten dann in Gruppen Kirche unter vielfältigen Aspekten. In Waizenkirchen und in Schärding trafen sich Pfarrmitarbeiter/innen der Dekanate Peuerbach und Schärding zu Glaubens-Begegnungen. Der Glaube lässt das Leben in einem anderen Licht sehen, wurde bei diesen Begegnungen deutlich.Diese Feste finden heuer in einem Drittel der oberösterreichischen Dekanate statt. Die Diözese versteht sie als „Dankfeste“ für die Aktiven in den Pfarren, die sich um ein fruchtbares Alltagsleben kümmern.
Glaube ohne Stromausfall
„Wenn ich meinen Glauben nicht hätte, hätte ich viele fröhliche Stunden versäumt“ – mit diesem einfachen, aber gewinnenden Satz antwortete eine Frau aus Pötting auf die Frage, was ihr der Glaube bedeutet. Bei den „glaubenswert“-Festen in Waizenkirchen und Schärding gaben mehr als 400 Teilnehmer/innen Zeugnis, wie sehr der Glaube ihr Leben trägt.
Der Pfarrsaal in Waizenkirchen ist übervoll. Aus dem ganzen Dekanat Peuerbach sind „Aktivist/innen“ gekommen – Männer, Frauen und auch Jugendliche, die gewohnt sind, für andere etwas zu tun: im Bildungswerk, als Pfarrgemeinderäte, in der Katholischen Frauen- und Männerbewegung oder in der Jungschar. – Beim „glaubenswert“-Begegnungsfest geht es aber einmal nicht um das Machen, sondern um den eigenen Glauben und um das Auftanken für sich selbst. Von Seiten der Diözesanleitung sind diese Feste ein Dank für den Einsatz. Das bringt schon die A-Capella-Gruppe LALÁ bei der musikalischen Eröffnung mit einem Kärntner Volkslied zum Ausdruck: „Heut ist wohl der Tag, wo ich Dankschön sag ...“ Bei einem Streifzug durch die fünfzehn Pfarren des Dekanates Peuerbach stellten sich die zehn Pfarren vor: nicht durch historische Abhandlungen oder kunstgeschichtliche Besonderheiten, sondern durch schlichte Glaubenszeugnisse präsentiert mit Powerpoint. „Wenn ich meinen Glauben nicht hätte ...“ – wäre mein Leben leerer, könnte ich meine Fehler nicht bei Gott abgeben oder wäre ich wie ein Vogel ohne Flügel. – So lauteten einige der Stellungnahmen.
Nicht nützlich, sondern schön. Auch Ernst Bräuer, der Rektor der Caritas Oberösterreich, ging in seinem Impulsreferat auf die Bedeutung des Glaubens ein: „Wenn ich meinen Glauben nicht hätte, käme das einem Stromausfall gleich. Das Licht wäre weg“. Doch der Glaube ist ein anderes Licht, als wir selbst produzieren, wies Bräuer auf die Grenzen seines Vergleichs hin. Der Glaube lässt die Welt in einem anderen Licht erscheinen. Der Sonntag ist ein Beispiel dafür. Der Sonntag ist nicht nützlich, sondern schön. Es ist gut, dass es ihn gibt. Er lässt uns zum Himmel aufblicken. Als „Anderstag“ unterbricht er die Werktage und hat für die Menschen die befreiende Botschaft bereit: „Mensch, es ist gut, dass es Dich gibt. Du bist mehr als Leistung und Arbeit, du bist geliebt.“
„Weil’s Leb’n mehr is“.Auch nach Schärding zum dortigen Dekanatsfest kamen einen Tag vorher 200 Menschen der zwölf Pfarren des Dekanates in die Bezirkssporthalle. „Weil’s Leb’n mehr is – gemeinsam Christ sein“ stand auf der Einladung zu diesem Fest. „Ihr seid die Säulen der Kirche bei den Menschen“, sagte den Pfarr-Engagierten Dechant Eduard Bachleitner, der den Ehrenamtlichen für ihren Einsatz dankte. Generaldechant-Stellvertreter Helmut Part meinte, „dass Kirche im guten Zusammenspiel der Charismen und eingebrachten Fähigkeiten kraftvoll wird.“ Part dankte im Namen der Diözese. Hermine Bauer aus Brunnenthal gab für die Tischgespräche einen Gedanken als Impuls mit: Jeder Mensch hat einen unendlich großen Wert vor Gott. – Am Schluss gab es auch in Schärding ein Konzert von LALÁ sowie eine liturgische Feier und Agape, zu der aus allen Pfarren etwas mitgebracht wurde.
Abenteuer Firmvorbereitung
Der Tag der Firmlinge brachte am Sonntag 2000 Firmlinge in den Linzer Mariendom und sie bekamen eine Vorstellung davon, dass sie als gläubige Katholiken nicht alleine sind. Die Jugendlichen erlebten in mitreißender und begeisternder Atmosphäre diese spezielle Art der Firmvorbereitung. Den Auftakt bildete ein Gottesdienst mit Diözesanbischof Dr. Ludwig Schwarz und Diözesanjugendseelsorger Mag. Jakob Eckerstorfer zum Thema „Brennpunkt“.Der Bischof erzählte in seiner Predigt von seiner Jugendzeit und strich hervor, dass ihm „der Heilige Geist immer wieder neue Kraft gebe“. Er ermutigte die Jugendlichen: „Schaut euch um, wo ihr in eurem Umfeld begeisterte Christinnen und Christen findet. Eure Firmbegleiter, Eltern und Großeltern, Religionslehrer oder auch die Jugendlichen, die heute begeistert für euch hier im Dom arbeiten. Sie setzen sich dafür ein, dass die Botschaft des Evangeliums lebendig bleibt.“Die Firmlinge konnten aus einer breiten Palette von Angeboten wählen. Über 60 Workshops wurden vorbereitet: Improtheater, Domführungen, Kleiner Hebräisch-Kurs, Klimaschutz, Religion bei den Simpsons, Besuch bei Ordensgemeinschaften, entwicklungspolitische Workshops, biofaire Jause.