„Hier bin ich. Sende mich“, ist das Motto für den Weltgebetstag um geistliche Berufungen am 3. Mai. Dieses Wort gilt auch für das bewegte Leben von Sr. Anna Farfeleder.
Seit Dezember ist die Don-Bosco-Schwester Anna Farfeleder Generalsekretärin der Vereinigung österreichischer Frauenorden. Viel Verwaltungsarbeit sei damit verbunden, sagt sie. Und doch blickt sie über Tabellen, Termine und den täglichen Informationslauf hinaus. „Klöster und Ordensgemeinschaften sind für mich so etwas wie Lichtpunkte in der geistig-geistlichen Landschaft. Sie sind wie Quellen oder Kraftzentren, in denen Gottes Gegenwart in unserer Welt spürbar wird. Und sie ziehen gerade heute viele Menschen an, die im traditionellen Sinn nicht ,gläubig‘ sind.“ Sr. Anna freut sich daher, dass viele Orden trotz Nachwuchssorgen nicht resignieren, sondern sich sehr bemühen, ihren „Geist“ an ihre weltlichen Mitarbeiter/innen in Schulen, Kindergärten oder Spitälern weiterzugeben.
Bewegt. Sr. Annas Ordensleben ist mehr als bewegt, „abenteuerlich“ sagt sie selber. Mit gut 17 Jahren ist das Bauernmädchen aus Niederösterreich in Stams bei den Don-Bosco-Schwestern eingetreten, „möglichst weit weg von zu Hause und meinen elf Geschwistern, weil sonst hätte ich es nicht ausgehalten.“ Sie war als Kindergärtnerin in Tirol und Oberösterreich tätig, studierte in Turin und Rom Erziehungswissenschaften und arbeitete neun Jahre als Professorin an der Kindergärtner/innenschule in Vöcklabruck. Nach der Wende ging sie nach Ungarn, um beim Aufbau eines Ordenshauses in Budapest mitzuwirken. Anschließend war sie 15 Jahre in der Pfarrseelsorge in Kärnten, Salzburg und Tirol tätig.
Sr. Anna Farfeleder: „Ich kann sagen, ich war immer wieder wirklich verliebt in Gott. Aber er hat mir nichts geschenkt im Leben. Gerade das mag ich so an meiner Beziehung zu Gott: Er nimmt mich ernst, fordert mich und lässt mich an meinen Aufgaben reifen.“