Bei der Budgetrede waren sich Kanzler und Vize noch einig – keine Diskussion über neue Steuern und wer die in der Krise rasch anwachsenden Schulden zurückzahlen soll. Dass die Diskussion dennoch stattfindet, liegt auf der Hand. Nicht nur wegen der Krise, sondern weil das österreichische Steuersystem in den vergangenen zwei Jahrzehnten in eine beträchtliche Schieflage geraten ist. Das Sozialwort der Kirchen fordert daher nicht von ungefähr eine Entlastung der Abgabenlast auf die Arbeitseinkommen und einen fairen Beitrag aller – auch der bisher besonders geschonten Inhaber größerer Vermögen. Mit „links“ hat das nichts zu tun, wohl aber mit mehr Gerechtigkeit.
Hans Baumgartner
Soziales „Herz“ nur vorgetäuscht
Wer beißt nicht lieber in eine Banane, die nicht nur gut schmeckt, sondern bei deren Kauf man noch dazu „Gutes tut“? Wenn dieses Plus an sozialem Engagement allerdings nur vorgetäuscht ist, könnte einem fast der Bissen im Hals stecken bleiben. Eine derartige Augenauswischerei betreibt derzeit die österreichische Handelskette Spar: In einer Aktion können Spar-Kunden durch den Kauf von „Dole Premium Bananen“ ein Projekt unterstützen, das mit einem mobilen Krankenwagen die medizinische Versorgung in Dörfern Costa Ricas verbessern soll. Doch ein einziger Krankenwagen kann gegen die massive Ausbeutung der Plantagen-Arbeiter/innen von Dole in ganz Lateinamerika wohl nicht viel ausrichten. Anstatt Bluff-Aktionen zu starten, sollte sich Spar lieber für faire Löhne und gerechte, zumutbare Arbeitsbedingungen einsetzen.