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Wie würden Sie „Mutterliebe“ beschreiben? Die KirchenZeitung hat nachgefragt.
Für mich bedeutet Mutterliebe: bedingungslose Liebe. Als Mutter fühle ich das, weil ich den Prozess des Wachsens körperlich erlebt habe. Auch beim Stillen hab ich das gespürt. Meine Liebe äußert sich sehr körperlich, weil ich viel mit meiner Tochter zu tun habe. Mein Partner ist mehr der Unterhalter und man merkt, dass sie den Unterschied kennt. Die Großeltern sind eher die Verwöhnenden, die nur für Isabella Zeit haben, wenn sie bei ihnen ist. Für mich heißt das: Liebe findet auf verschiedenen Ebenen statt. Das „Immer-da-Sein“ kann belastend und fordernd sein, aber man wächst da über seine Möglichkeiten hinaus. Was ich nicht zeitgemäß finde, ist, dass der Muttertag so hochstilisiert wird und der Vatertag zweitgereiht ist.
Alexandra, 33,Mutter einer sieben Monate alten Tochter
Ich habe beim ersten Kind gemerkt, dass das bei meiner Frau nicht von Anfang an da war. Da hab eigentlich ich diese Rolle übernommen. Uns war wichtig, dass wir unsere Tochter nicht allein lassen. Sie war ein Schrei-Baby. Wenn man beim Kind ist, dann muss auch die Schwingung passen. Es hilft nichts, wenn ich zwar mit dem Kind im Kreis laufe, aber am liebsten würde ich es irgendwohin geben, wo ich es nicht höre. Ich bin jetzt immer noch ängstlicher als meine Frau, wenn die Kinder allein sind oder wenn sie woanders sind. Ich weiß nicht, ob ich sensibler bin und eher spüre, was die Kinder möchten, oder ob ich einfach ängstlicher bin.
Reinhard, 40, Vater von zwei Töchtern (6 und 4)
Meine Erfahrung ist, dass Mutterliebe nicht sofort da ist, sondern erst entsteht. Ich habe das als Leidensdruck erlebt. Mutterliebe ist so etwas Heiliges, da fühlt man sich als Versagerin, wenn man das nicht gleich hat. Beim zweiten Kind ist die Frage dazugekommen: Kann ich ein zweites Kind überhaupt so lieben? Das hat eine Zeit gedauert, bis wir da eine Gleichstellung gehabt haben. Ich bin mir sicher, dass „Mutterliebe“ auch der Vater empfinden kann. Und dass es leibliche Eltern gibt, die das nicht empfinden können. Das hängt davon ab, was man selbst erlebt hat. Das geht oft über Generationen, dass sich diese Bindung nicht entwickeln kann. Eine Fremdunterbringung bei schwierigen Familien kann immer nur eine Notlösung sein.
Christa, 36, Mutter von zwei Töchtern
- Schreiben Sie uns Ihre Erfahrung mit „Mutterliebe“ bis 14. Mai an die KirchenZeitung, Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz oder per E-Mail an: judith.moser-hofstadler@kirchenzeitung.at, Kennwort „Mutterliebe“. Ein Teil der Einsendungen wird veröffentlicht.