Papst Benedikt XVI. beteuert immer wieder, dass er als Pilger ins heilige Land kommen möchte. Doch er trifft auf ganz andere Erwartungen: Jede Gruppe, der er begegnet, nutzt ihn als Verstärker für ihre Anliegen. Mit Hilfe des Papstes haben sie die einzigartige Chance, in der ganzen Welt wahrgenommen zu werden. So ist es verständlich, dass alle am Papst zerren. Es wird für ihn schwer, seinen eigenen Anliegen Gehör zu verschaffen: Da ist einmal die kleine Schar von einheimischen Christen, vor allem in den palästinensischen Autonomiegebieten. Zwischen israelischer Besatzung und der muslimischen Mehrheitsbevölkerung brauchen die Christen einfach Unterstützung. Sie werden den Papstbesuch zu Recht daran messen, ob er ihre Hoffnung stärkt, den Glauben in einer Gemeinschaft zu bezeugen, wo ein Prozent Christen und 99 Prozent Muslime sind. Und die Christen werden auch den Papstbesuch an der einen oder anderen spürbaren Erleichterung ihres Alltags messen. Vielleicht könnte als konkreter Schritt gelingen, dass Jugendliche aus Gaza an der Bethlehem-Universität studieren können. Der Papstbesuch wird spannend werden – auch die Begegnungen mit dem Judentum. Im telemenü der KirchenZeitung auf Seite 27 finden Sie, wie Sie über Bildschirm dabei sein können.