20 Kindern wurde sie zur Mama. Vergangenen Samstag feierte Maria Weber im Kreis ihrer großen Familie im SOS-Kinderdorf Hinterbrühl ihren 90. Geburtstag.
Am 3. Mai 1919 wurde Maria Weber in eine Bauernfamilie in Deutschkreutz (Burgenland) hineingeboren. Während des Krieges arbeitete sie als Postbedienstete; aber „das taugte mir nicht besonders. Ich wollte mehr mit Menschen arbeiten“, erzählt sie. Der Pfarrer, den sie durch das gemeinsame Hobby des Fotografierens gut kannte, wusste das. „Und so schickte er mich gleich in den ersten Kurs des damals neu gegründeten Seminars für kirchliche Frauenberufe. Ich sollte dann bei ihm Pfarrschwester werden.“ Doch ihre Schilddrüse führte eine andere Regie. Die „Ärzte rieten mir dringend, an einem Ort über 1000 Meter zu leben. So bewarb ich mich in Tirol und wurde Pfarrschwester in Pfunds.“ Dort las sie eines Tages einen „Bettelbrief“ von Hermann Gmeiner für das SOS-Kinderdorf in Imst. „Ich hab damals einen Baustein um 3,60 Schilling für das Haus ,Weihnachten‘ gekauft. Ein Jahr später (1951) bin ich dann als Kinderdorfmutter ausgerechnet in dieses Haus eingezogen. So bin ich auf diesen Weg gekommen – und es war ein guter Weg.“ Es war die Liebe zu Kindern, die Maria Weber diesen Schritt gehen ließ. „Die Kinder gern haben“, das war auch das wichtigste Erziehungsprinzip, das sie von ihrer Mutter übernommen habe. „Und dass sie alle noch gerne kommen und häufig anrufen, zeigt, dass ich nicht so viel falsch gemacht habe.“ Als sie Hermann Gmeiner 1957 in das neu gegründete Kinderdorf Hinterbrühl geschickt hatte, setzten ihre Imster Kinder beim „Herrn Direktor“ durch, dass sie nachziehen durften.
Maria Weber: „Der Glaube war für mich immer sehr wichtig. Ich bin mit meiner ganzen Seele darin verwurzelt. Ich bin dankbar, dass ich diesen tiefen Halt in meinem Glauben haben darf.“