Nach der Innenrestaurierung der Minoritenkirche im Jahr 2007 wurde von Prof. Herbert Friedl der Altarraum neu gestaltet und eine neue Orgel gebaut. Die „Landhauskirche“ präsentiert sich als geistlich und kulturell einladender Ort im Zentrum von Linz.
„In einen historischen Raum einzugreifen ist eine große Herausforderung. Da gehe ich immer mit großer Demut heran“, sagt Herbert Friedl. Der Künstler aus Pregarten hat sich mit seinen sensiblen und qualitätsvollen Gestaltungen in Kirchen und auch mit der Euthanasie-Gedenkstätte Hartheim einen Namen gemacht. Seine Vorgabe für die Minoritenkirche in Linz: einen Altarraum zu schaffen, der die Impulse der Liturgiekonstitution des 2. Vatikanischen Konzils aufnimmt. „Dem Prunk spätbarocker Ausstattung war die Einfachheit entgegenzustellen“, erklärt er die Grundidee seiner Arbeit. Aus dem Gesamtensemble der spätbarocken Kirche hat der Künstler Friedl das Gestaltungselement „Flach gekrümmter Bogen“ gewonnen und daraus Altar, Ambo, Sedes und Tisch zur Gabenbereitung entwickelt. Er griff so die Formensprache des Barock auf, biederte sich aber nicht an die historischen Vorgaben an, sondern interpretierte neu. Als Material wählte Friedl Ahornholz – weiß lasiert, um einen Kontrast zu den beinahe schwarzen Kirchenbänken und dem dunklen Marmor im bestehenden Altarbereich zu schaffen. Gleichzeitig schließen die helle Neugestaltung und die weißen barocken Raumpfeiler den Raum zu einer Einheit zusammen.
Neue Orgel. Da die Kirche auch für sakrale Konzerte genutzt wird, wurden Altar und Ambo beweglich gestaltet. Die neue Orgel aus der Dresdner Orgelbauwerkstätte von Kristian Wegscheider wird zusätzliche musikalische Möglichkeiten bieten. Der Schlägler Chorherr und Kirchenmusiker DDDr. Rupert Gottfried Frieberger, der von der Auswahl bis zur Kollaudierung das Werden des Instruments begleitet hat, wird auf Bitte von Landeshauptmann Josef Pühringer künftig auch für einen entsprechenden Einsatz der Orgel sorgen.
Volksaltar und tridentinische Liturgie. Die Beweglichkeit von Altar und Ambo kommt nicht nur der Kirchenmusik, sondern auch der Petrusbruderschaft zugute. Ihr wurde die Kirche als Ort für die Feier der Gottesdienste im „tridentinischen Ritus“ übertragen. Kirchenrektor P. Walthard Zimmer macht kein Hehl daraus, dass er die Neugestaltung für eine Barockkirche unpassend findet: „Altar und Ambo sind schön, doch nur für eine moderne Kirche geeignet.“ Er hat aber mit der neuen Einrichtung kein Problem, da sie in eine dafür vorgesehene Nische transportiert werden kann, wenn die Petrusbruderschaft die Kirche benutzt.
- Volksaltar und Orgel werden am 10. Mai 2009 um 18 Uhr von Bischof Dr. Ludwig Schwarz geweiht.