Das Arbeiten im eigenen Garten hat zumindest zwei Seiten: es ist nützlich und entspannt.
Bauerngärten haben ihren Ursprung in den Kloster- und Stiftsgärten. Was aus ihnen geerntet wurde, hat zur Ernährung beigetragen. Br. Franz Unger vom Orden der Schulbrüder hält als gelernter Gärtnermeister Vorträge und Seminare zu diesem Thema. Es ist nicht die Größe, die einen Haus- oder Bauerngarten ausmacht. Entscheidend ist, dass vier Themenbereiche Platz finden: Gemüse, Gewürze und Kräuter, Beeren sowie Beerenobst und Blumen. Und dass von Frühjahr bis Herbst immer etwas zu ernten ist und „blüht und schön ist“.
Neue Mode. Vielerorts sind diese Gärten verschwunden. Es gibt viel andere Arbeit und Gemüse kann man billig im Supermarkt kaufen. Franz Unger bemerkt aber, dass in den letzten Jahren der eigene Garten wieder in Mode kommt: „Die Leute denken gesundheitsbewusst und denken daran, dass sie sich selbst Gemüse heranziehen können.“
Selbstversorgung. Er würde das eher als „Naschgarten“ bezeichnen, denn es geht nicht so sehr um Wirtschaftlichkeit, sondern um ideelle Vorstellungen, die wieder Platz bekommen. Franz Unger ist überzeugt davon, dass ein eigener Garten für die Selbstversorgung ausreichen könnte, auch wenn durch die Natur die Gartensaison zeitlich begrenzt ist: „Die ländliche Bevölkerung müsste das ganze Jahr kein Gemüse kaufen, wenn sie selbst einlagern und Gemüse haltbar machen würde.“ Ein Anliegen ist Bruder Franz auch, dass in den Gärten Mischkultur betrieben wird. So vertreiben zum Beispiel Tagetes und Kapuzinerkresse Blattläuse und sollen deshalb mitten im Gemüse wachsen dürfen.
Liebe wachsen lassen. Er sieht seine Arbeit als „Lehrer für Bauerngärten“ langfristig.Seinen Seminarteilnehmer/innen sagt Franz Unger: „Das Umdenken muss schon den Kindern gezeigt werden. Wenn sie erleben, wie gesät wird, wie etwas wächst und geerntet wird, dann wird auch die Liebe dafür wachsen.“