Der Regen ist rechtzeitig gekommen. Die jungen Saaten sind wunderbar aufgegangen. Bis jetzt lässt alles auf gute Ernte hoffen, aber bis dahin dauert es noch viele Wochen. Ein Unwetter kann vieles zunichte machen. Die „Eisheiligen“ sollten – so die Prognose – heuer nicht allzuviel Schaden anrichten. Doch Pankratius, Servatius, Bonifatius und die „kalte Sophie“ stehen im Kalender wie Gestalten, die zur Vorsicht rufen. Man soll sich nie zu früh sicher sein. Am letzten Wochenende wurden die Gedenkfeiern anlässlich der Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen und seiner Nebenlager gehalten – und in Ebensee gab es dabei eine „Störaktion“ von Neonazis. Ein „Frosteinbruch“ zu unerwarteter Zeit! Das Miteinander der Menschen ist wie eine Saat auf dem Feld. Was heute gut dasteht, kann morgen geschädigt oder gar zunichte sein. Wie ein Feld braucht auch das Miteinander der Menschen Pflege, damit nicht der Keim des Unfriedens die Saaten auffrisst. Und wie selbst die erfahrensten Bauern wissen, hängt es nicht nur am eigenen Geschick, ob die Ernte gut wird. Für die wichtigsten Dinge im Leben gibt es keine Gewährleistung oder Sicherstellung. Sie haben mit Hoffnung zu tun.