Von der Tauschbörse bis zur Organisation eines Benefizkonzerts – so unterschiedlich das Engagement der KIZ-Solidaritätspreisträger/innen auch ist, eines eint sie: Mit ihrem Einsatz tragen sie dazu bei, dass Menschen in Würde leben können.
Zehn Gruppen und Einzelpersonen wurden aus 180 Einreichungen ausgewählt und am 15. Mai 2009 mit dem 16. Solidaritätspreis der KirchenZeitung ausgezeichnet. Die Geehrten sind sich bewusst, dass ihr Einsatz oft nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein ist, aber dieser zählt. „Ein Tropfen Hilfe ist besser als ein Ozean voll Symphatie”, betonte die Direkthilfe Welt Drei-Bad Ischl bei der Überreichung der Auszeichnung. Und das Team des „Dorfmobils Klaus – Steyrling – Kniewas” freut sich zurecht über die Auswirkungen, die ihr Transportdienst hat: „Wir bringen Leben in die Gemeinde.”
Solidarität schlägt Brücken
Mit dem Tanz „Einer trage des anderen Last“ eröffnete die Interkulturelle Frauengruppe IRIS der Pfarre Traun das Fest zur Verleihung des Solidaritätspreises der KirchenZeitung am 15. Mai 2009. IRIS gehörte selbst zu den zehn Ausgezeichneten und hat mit ihrer Tanzeinlage der Feier im Linzer Landhaus ein treffendes Motto gegeben.
Die Wahlfreiheit im politischen Leben ist ein hohes Gut, von dem niemand ausgeschlossen ist. Doch es gibt Lebensbereiche, nicht wenige sogar, in denen es Wahlfreiheit nicht oder nicht für alle gibt, betonte KIZ-Chefredakteur Matthäus Fellinger. Er verwies auf Menschen, die nicht die Wahl haben, sich zu bewegen, wann sie wollen und wohin sie möchten, weil ihnen wegen ihrer Abstammung und Herkunft gesetzliche Grenzen gesetzt sind. Oder weil sie ein körperliches Gebrechen haben.
Kultur des Ehrenamts. Nicht alle haben die Wahl, welche Produkte sie im Supermarkt kaufen, weil ihnen ihre finanzielle Situation nur eine höchst eingeschränkte Wahl bietet. „Die Brücke zwischen Menschen, die nur eingeschränkte Wahl haben, und denen, die ein größeres Maß an Wahlfreiheit haben, heißt Solidarität – christlich hat sie mit Nächstenliebe zu tun“, so Fellinger. Die mit dem Solidaritätspreis Ausgezeichneten sind „Brückenmenschen“ und stehen stellvertretend für unzählige Menschen im Land, die sich um Solidarität bemühen. Das hob Landeshauptmann Josef Pühringer in seinem Statement hervor. Beinahe jede/r zweite Oberösterreicher/in ist ehrenamtlich engagiert, ergab eine am Tag der Solidaritätspreisverleihung vorgestellte Umfrage. Oberösterreich ist damit in Österreich Spitzenreiter. Pühringer: „Es gilt diese Kultur der Ehrenamts zu pflegen und zu erhalten.“ Landesrat Josef Ackerl ging auf die eine konkrete, seiner Meinung nach heute besonders notwendige Form der Solidarität ein: den Einsatz für Flüchtlinge und Asylsuchende. Dabei strich er die Arbeit von IRIS Traun hervor und kritisierte ausländerfeindliche Plakate.
Die Preisträger/innen. Die Gruppen und Personen, die mit dem Solidaritätspreis ausgezeichnet wurden, werden in den kommenden Monaten einzeln in der KirchenZeitung vorgestellt.