Was bewegt junge Leute dazu, den Lehrberuf anzustreben? Die KirchenZeitung hat sich beim Tag der offenen Tür der Pädagogischen Hochschule (PH) Linz umgehört.
Nach der aktuellen Schuldiskussion könnte der Ruf der Lehrer/innen kaum schlechter sein. Auch die angehenden Lehrer, die an der PH Linz studieren, bekommen den rauen Wind zu spüren. „Dass wir so viel Ferien haben und faul sind, höre ich andauernd“, ist Christina Kreyer erbost. „Das ist aber sicher nicht meine Motivation, wieso ich Lehrerin werde. Ich will einmal unterrichten, weil mich die kleinen Fortschritte, die man mit den Schülern machen kann, reizen. Wenn etwas klappt, sieht man den Erfolg sofort.“ Die junge Studentin informiert die über 100 Menschen, die zum Tag der offenen Tür der PH Linz gekommen sind. Der Andrang ist auch nach der Diskussion um angeblich faule Lehrer nicht zurückgegangen. Immerhin soll sich ab 2012 ein Lehrermangel einstellen und lange Wartelisten an den Pflichschulen Vergangenheit sein. Sehr gute Jobaussichten also. Für viele ein Grund, ab Herbst ein Studium an der Hochschule zu beginnen.
Kein Nachmittag frei. „Die Leute stellen sich den Beruf etwas zu leicht vor“, muss Christina Kreyer jedoch manche Interessenten einbremsen. Hinter einem guten Unterricht stecke viel Vorbereitungsarbeit, ergänzt Kreyers Kollegin Christina Pfarrwaller. Von den angeblich freien Nachmittagen keine Spur, meint sie. Wie zum Beweis deuten die beiden Studentinnen auf die Unterrichtsmaterialien, die sie vor sich ausgebreitet haben. Vorwiegend Frauen sind es, die Lehrerin werden möchten. Einer der wenigen Männer, die heute zum Tag der offenen Tür gekommen sind, ist Alexander Mittermayr. Der 23-Jährige möchte von der Elektronikbranche zum Lehrerberuf umsteigen. Nicht nur wegen der tollen Jobchancen. „Ich möchte mit jungen Leuten arbeiten, ihnen soziale Verantwortung vermitteln.“ Im Wirtschaftsleben komme es zu sehr auf den Profit an, meint er. In der Schule könne man dafür eine sinnvolle Aufgabe in der Gesellschaft übernehmen. Über eines macht er sich jedoch keine Illusionen. „In der Klasse wird man von den Schüler/innen nichts geschenkt bekommen. Wer das glaubt, macht sich unglücklich.“