Kreuz mit Christushaarkopf von Arnulf Rainer, 1987/88, Ölkreide, Öl auf Photo auf Holz, 170 x 121.
Katalog Galerie am Stein
Schwarze, gelbe, rote Pinselstriche, dicke Balken und zarte Striche in einer breitflächigen, weißen Kreuzform, die gerahmt ist – so zeigt sich das Kreuz auf den ersten Blick. Verborgen dahinter ist ein Kopf, im Zentrum des Kreuzes. Die Person ist kaum wahrzunehmen. Sie wird verdeckt. Pinselstrich und Farbe sorgen für ein bewegtes Bild, ein lebendiges Kreuz. Die Bedeutungsgeschichte des Kreuzes ist vielfältig. Es gilt als Zeichen des Lebens und der Befreiung: der Tod ist überwunden! Es erinnert aber auch an das Skandalon des gewaltsamen Todes Jesu Christi, an das Leiden und Sterben, damals wie heute. Oftmals als Symbol der Macht eingesetzt und als Siegeszeichen politisch missbraucht, ist die Geschichte des Kreuzes bis heute aufregend. Der Künstler Arnulf Rainer – er feiert heuer seinen 80. Geburtstag – ist schon seit den 1950er Jahren von Kreuzen fasziniert. Das Kreuz, das ihn an menschliches Leiden erinnert, das er aber auch als beschützendes Zeichen interpretiert, beschäftigt Rainer in seiner künstlerischen Arbeit immer wieder. „Das Kreuz gilt als Erkennungszeichen für sein Werk“, schreibt Carl Aigner im Katalog zur aktuellen Ausstellung in Schärding. In der Galerie am Stein sind nun Arbeiten des Künstlers (Kreuze und Totenmasken) bis 11. Juli zu sehen.