Es ist „unerträglich“, wie von der FPÖ „religiöse Themen im Wahlkampf für durchsichtige politische Interessen missbraucht werden“. Als vergangene Woche die evangelischen Superintendenten diese Erklärung abgaben, war der Höhepunkt am ungustiösen Schüren von Vorurteilen noch nicht erreicht. Am Sonntag inserierte die FPÖ in der „Kronen Zeitung“: „FPÖ-Veto gegen EU-Beitritt von Türkei und Israel.“ Die FPÖ hat sich damit selber entlarvt. Denn dass man den durchaus kontrovers diskutierbaren EU-Beitritt der Türkei in einem Atemzug mit Israel nennt, hat keinerlei sachliche Grundlage. Israel hat keinen Beitrittsantrag gestellt. Die hier getroffene Gleichsetzung hat nur einen Grund, die Spekulation mit antimuslimischen und antisemitischen Vorurteilen.
Hans Baumgartner
Ist ein dauerhafter Friede möglich?
Ein Bürgerkrieg, der 26 Jahre gedauert hatte und bei dem mindestens 80.000 Menschen ihr Leben verloren haben, soll nun zu Ende sein. Die tamilischen Rebellen auf Sri Lanka wurden von der Regierungsarmee besiegt, heißt es. Die Frage ist nur, gibt es nach diesem Krieg Hoffnung auf einen dauerhaften Frieden? Ist die tamilische Minderheit, die sich von der Mehrheit buddhistischer Singhalesen auf der Insel diskriminiert fühlte und deshalb für einen unabhängigen Tamilenstaat kämpfte, bereit dazu? Ein dauerhafter Friede ist wohl nur dann möglich, wenn beide Seiten, sowohl Sieger als auch Besiegte, das auch wollen, wenn die verfeindeten Ethnien um Versöhnung bemüht sind.