Sich für die Rechte der „Schwächeren“ einzusetzen, gehört für Gerald Faschingeder zum Grundauftrag des Evangeliums – auch in der Bildungspolitik.
Vergangene Woche stellte die Katholische Aktion Österreichs die Broschüre „Auf dem Weg zu einer gerechten Schule“ vor. Sie stellt die vom KA-Arbeitskreis „Bildungsgerechtigkeit“ erarbeiteten und von der Hauptversammlung beschlossenen Vorschläge für eine Schulreform in Österreich in einer „gut verständlichen Sprache“ zusammen. „Denn wir möchten“, so der Autor der Broschüre, Gerald Faschingeder, „dass sich möglichst viele Menschen sachkundig und engagiert an der Bildungsdebatte beteiligen. Vielleicht gelingt es dadurch, die parteipolitisch festgefahrenen Fronten aufzubrechen“, hofft Faschingeder. „Denn als Christen dürfen wir nicht tatenlos hinnehmen, wie im österreichischen Schulsystem Kinder aus sozial schwachen Familien, aus Migrantenfamilien und aus ländlichen Regionen systematisch benachteiligt werden. Das ist Unrecht!“
Gewachsen. Die Katholische Jungschar bot Faschingeder jenen „spannenden Lebensraum“, in dem er als Mensch und Glaubender wachsen konnte. Sie weckte auch sein zunehmendes Interesse an der gesellschaftlichen Sprengkraft des Evangeliums. Als Kind, Gruppenleiter und PGR-Mitglied in der Wiener Pfarre Rossau, als Mitglied des Diözesanvorstandes und Verantwortlicher für die Dreikönigsaktion und als Bundesvorsitzender von 2002 bis 2006 hat Faschingeder auf vielen Ebenen Jungschar erlebt und mitgestaltet. Das Eintreten für die „Rechte der Schwächeren“ ist ihm auch als Direktor des Paulo-Freire-Zentrums (benannt nach dem brasilianischen „Befreiungs-Pädagogen“) ein großes Anliegen.
Dr. Gerald Faschingeder: „Die Katholische Soziallehre ist für mich eine wesentliche Leitlinie. Sie zeigt, wie sehr sich christlicher Glaube mit der Welt und den Menschen verbunden fühlt. Gerechtigkeit – auch in der Bildung – ist dabei ein Schlüsselbegriff.\"