Jährlich werden in Europa 8,7 Millionen Tonnen Elektromüll produziert. Ein Teil davon wird illegal nach Afrika verschifft.
Trotz gesetzlicher Regelungen, welche die Ausfuhr von Elektromüll in Nicht-OECD-Länder verbieten, wird weniger als die Hälfte der in Umlauf gebrachten Geräte gesetzeskonform recycelt und gemeldet. In Österreich wurden im Jahr 2007 61,5 Millionen Kilo Elektroaltgeräte bei offiziellen Sammelstellen abgegeben. Der Rest wurde privat oder auf Deponien gelagert oder illegal als Second-Hand-Ware deklariert und als solche dann über Schrotthändler nach Afrika oder Asien verkauft. Allein im Jahr 2005 wurden nach offiziellen Zahlen täglich 1000 benutzte Fernsehgeräte von der EU nach Afrika gebracht. Die Dunkelziffer dürfte wesentlich höher sein.
Aufgedeckt. Aktivistinnen der entwicklungspolitischen Organisation Südwind berichteten kürzlich von ihrer Recherchereise nach Ghana. Dort fanden sie heraus, dass alte Fernseher, Computer oder Kühlschränke, auch aus Österreich, von lokalen Händlern containerweise aufgekauft und an die Menschen vor Ort verscherbelt werden. Alles, was sich nicht verkaufen lässt, landet auf den lokalen Müllhalden. Dort zerlegen Kinder und Jugendliche die Geräte mit bloßen Händen und verbrennen die Überreste, um an die Kupferkabel zu kommen, die sie für einen Hungerlohn weiterverkaufen. Tausende Menschen leben am Rande der Müllhalden in Slums. Durch das Verbrennen des Mülls sind sie ständig einem Giftcocktail ausgeliefert, der Atem- und Hautkrankheiten oder Krebs verursacht.
Kampagne. „Es ist ein Skandal, dass unser Wohlstandsmüll verbotenerweise in Afrika landet, wo er die Menschen in Gefahr bringt. Die Verantwortlichen aus Politik und von Elektro- und Elektronik-Unternehmen müssen dafür sorgen, dass dieser Wahnsinn gestoppt wird“, empörte sich Christina Schröder, Pressesprecherin von Südwind. Möglichkeiten, um sich an die Herstellerfirmen zu wenden, bietet Südwind im Rahmen der Kampagne „Clean-IT“: