Schlimm genug, wenn sich Menschen an Biertischen abfällig über andere äußern. Augen- und Ohrenzeugen müssten dagegen auftreten. Noch schlimmer, wenn Politiker diese Stimmung anheizen. Demokratische Politiker müssten für eine gute politische Kultur sorgen. Eine notwendige Selbstverteidigungsaktion des demokratischen Staates aber ist es, dass möglichst viele alles tun, damit ein Präsident des obersten Gesetzgebungs-Gremiums, des Nationalrates, sein Amt nicht weiter ausüben kann, wenn dieser den Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde unflätigst attackiert und damit antisemitische Vorurteile bedient. Da ist es nur noch eine „Draufgabe“, wenn im Verantwortungs-bereich dieses dritten Präsidenten, Martin Graf, auch wüste Pamphlete gegen kirchliche Amtsträger verbreitet werden.
Ernst Gansinger
Frauen müssen sich wehren
Weil Frau B. eine Frau ist, hat sie den Job als Zimmerei-Lehrling nicht bekommen. Sie fühlte sich diskriminiert, hat sich das nicht gefallen lassen und ging vor Gericht. Nun muss der Betrieb dafür Schadenersatz zahlen, weil er gegen die Gleichbehandlungsrichtlinien verstoßen hat. Aus Sicht der Betriebe mag das wahrscheinlich unbegreiflich erscheinen. Aber Diskriminierung ist im Hinblick auf die Gleichstellung von Mann und Frau per Gesetz verboten. Trotzdem ist es leider traurige Realität, dass immer wieder Bewerberinnen aufgrund ihres Geschlechts abgewiesen werden. Bravo, dass diese junge engagierte Frau Mut und Zivilcourage bewiesen und sich dagegen gewehrt hat.