„Katholische Jugend! Wenn ich in vergangenen Jahren in Eure Pfarren hinauskam, seid Ihr mit leuchtenden Augen vor mir gestanden, um Euren Bischof zu grüßen ...“
So leitet Bischof Fließer seine Einladung zum ersten Landesjugendtag ein, der am 29. Mai 1949 am Linzer Hauptplatz stattfand. Hermine Reindl (Mädchenname Pöchtrager) war als Diözesanführerin weibliche Jugend (1947 bis 1956) dabei. Sie erinnert sich an die schöne Zeit des Anfangs der Katholischen Jugend, an eine Zeit, die heute noch „nachbebt“.
Ein großer Tag. „Es war ein großes Erlebnis!“ Der Hauptplatz, die vielen Leute, die begeisternden Reden. Sogar der Bundeskanzler Dr. Leopold Figl war gekommen. Am Ende des Gottesdienstes riefen sie dem Diözesanjugendführer Franz Huber ein bestärkendes „Ja!“ zurück, als dieser fragte, ob sie für die Jahresparole „Reine Jugend, starkes Volk“ seien.
Starker Aufschwung. Hermine Reindl erzählt vom starken Aufschwung, den die Jugendarbeit damals erlebte. Heute noch geschehe es, dass sie KJ-Mitglieder von damals ansprechen und sagen: „Du hast ja keine Ahnung, was für uns die Katholische Jugend bedeutet hat!“ Für diese Idee – Katholische Jugend – strampelten sich die Jugend-Pioniere in den verschiedenen Führungsaufgaben ab. Hermine Reindl war viel in den Dekanaten und Pfarren unterwegs. Gemeinschaft war groß geschrieben: miteinander beten, feiern, wandern, singen und auch handarbeiten, etwa Messkleider für die Mission nähen.
Die Anfänge. Aus der Ferial-Aushilfe der Arbeitslehrerin Hermine Pöchtrager 1947 bei der Katholischen Jugend wurde ein dauerhaftes Arbeitsverhältnis. Sie baute an der Seite von Diözesanjugend-Seelsorger Karl Gebetsberger die weibliche Jugend auf. Erste Jugendwochen auf der Burg Altpernstein wurden unter einfachsten Bedingungen organisiert. Es folgten Volkstumswochen und vierwöchige Bildungskurse in Schloss Puchberg. „Diese gehören zum Schönsten, an das ich mich erinnern kann!“ Mit Pfarrer und dann Rektor Wild fuhr man auf erste Jugendwochen und Bergwochen. Der Andrang war enorm. Wie von selbst wuchsen den Pionieren die Aufgaben zu, große Herausforderungen. So musste Hermine Pöchtrager sogar einmal in Rom bei einem großen Treffen für die deutschsprachige Gruppe reden.
„Man sagt, die Jugend stehe abseits, sie habe kein Interesse an hohen Dingen und großen Fragen. Diese Versammlung ist eine imposante Widerlegung dieses Vorwurfs.“ Landeshauptmann Dr. Heinrich Gleißner beim 1. Landesjugendtag 1949.