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Urlaub mit Bedacht

Wenn einer eine Reise tut, dann soll er vor allem eines tun: sich genügend Zeit dafür nehmen
Ausgabe: 2009/25, Urlaub, Bedacht, Sinne, Sommerbeginn, Sonnenschein, Sandstrand, Natur, Ausbeutung, Umweltschutz,
17.06.2009
- Judith Moser-Hofstadler
Am Strand [ NUR FUER REDAKTIONELLE VERWENDUNG! NO MODEL-RELEASE! NUR POSITIVE TEXTE! (c) www.BilderBox.com, Erwin Wodicka, Siedlerzeile 3, A-4062 Thening, Tel. + 43 676 5103678.Verwendung nur gegen HONORAR, BELEG, URHEBERVERMERK nach AGBs auf bilderb
Am Strand [ NUR FUER REDAKTIONELLE VERWENDUNG! NO MODEL-RELEASE! NUR POSITIVE TEXTE! (c) www.BilderBox.com, Erwin Wodicka, Siedlerzeile 3, A-4062 Thening, Tel. + 43 676 5103678.Verwendung nur gegen HONORAR, BELEG, URHEBERVERMERK nach AGBs auf bilderb
© www.BilderBox.com
Sommerbeginn. Wer nicht die ganze warme Jahreszeit zuhause verbringen will, überlegt, wohin es im Urlaub gehen soll.

Es ist in Wirklichkeit nicht viel, worauf sich die meisten freuen, wenn sie an Urlaub denken: ein wenig Nichtstun, Zeit für die Familie oder den Partner/die Partnerin, Zeit für sich. Ein Buch lesen oder baden gehört für viele dazu. Und Sonnenschein.

Wer Urlaub macht, muss nicht gleichzeitig von seinen Überzeugungen Urlaub nehmen, etwa vom Umweltschutz, der einem sonst wichtig ist.
Es ist auch ein schönes Gefühl, mit seiner Erholung womöglich zu einem Einkommen beigetragen zu haben und nicht an der Verschmutzung der Natur und der Ausbeutung von Menschen in der besuchten Region – egal ob am See oder am Sandstrand.



Ab in den Urlaub


Wer ein Land wirklich kennen lernen will, muss auch einmal die ausgetretenen Touristenpfade verlassen

Reisen kann für die Reisenden und die Gastgeber ein Gewinn sein – wenn man bei der Reiseplanung einige Dinge beachtet. Das beginnt bei der Wahl des Reiseziels und wie man dorthin kommt.

Endlich Urlaub! Viele freuen sich auf eine Auszeit, wollen Zeit miteinander verbringen und genießen. Ohne Terminkalender – und dabei auf nichts verzichten, was gut ist.

Reisen und Klimawandel. Der Tourismus berührt die Thematik „Klimawandel“ gleich zweimal: Zum einen sind immer mehr Tourismusziele Opfer des Klimawandels (schmelzende Gletscher, verschwindende Inseln), andererseits trägt er auch zum Klimawandel bei. Rund die Hälfte des CO2-Ausstoßes durch den PKW-Verkehr entsteht im Urlaubs- und Freizeitverkehr. Es gibt Reiseanbieter, die eine Anreise per Bahn und Schiff anbieten. Wer meint, damit wertvolle Zeit zu verlieren, sollte sich vor Augen führen: Je weiter weg der Urlaubsort liegt, desto länger sollte der Aufenthalt dauern. Damit wird die Bilanz für die Umwelt besser.

Ausbeutung. Tourismus hat auch soziale Schattenseiten: Gerade hier sind ausbeuterische und unsichere Arbeitsverhältnisse an der Tagesordnung. Kinderprostitution ist sicher der Gipfel. In einigen europäischen Ländern – darunter Österreich – werden Reisende darüber informiert, wie sie bei Verdacht oder als Zeugen krimineller Handlungen reagieren können.

Nachhaltig planen. Nachhaltiger Urlaub beginnt jedenfalls mit der Planung. Einige Gedanken:

- Muss es jedes Jahr ein Urlaub am Meer sein, oder finden die Kinder den See im eigenen Bundesland nicht genauso schön?

- Wohin kann ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen?
- Wie viel Zeit habe ich für den Urlaub geplant? Zahlt sich ein langer Anreiseweg für diese Dauer aus?

- Wie profitieren die lokale Bevölkerung und Wirtschaft von meinem Urlaub? – Bei „All inclusive“-Angeboten ist das meistens nicht der Fall. Wer auf die Wirtschaftlichkeit für diebesuchte Region achtet, hilft der regionalen Infrastruktur und lernt meist auch Menschen und Kultur des Reiseziels besser kennen.

- Wer die regionale Küche kostet, geht damit auf „Entdeckungsreise“. Schnitzel passen zum Urlaub in Österreich, beim Strandurlaubwürde Fisch aus der Region eher schmecken.

- Nur Souvenirs, die im Urlaubsland hergestellt worden sind, unterstützen die regionale Wirtschaft. Manchmal werden bedrohte Arten angeboten (zum Beispiel Muscheln oder Korallen), die sollte man nicht kaufen.

- Manches kann man am Urlaubsort ausleihen, etwa Fahrräder oder Schlauchboote. Damit spart man eventuell die Anschaffung und kann einfacher öffentlich anreisen.

- Aktivitäten sollten den örtlichen Gegebenheiten angepasst sein, zum Beispiel der Umgang mit Wasser.

- Reisende sind Gäste und sollten sich auch so verhalten. Ein paar Worte in der Landessprache können Brücken bauen. Reisen mit Respekt heißt: Rücksicht nehmen auf Glaube, Sitten, Traditionen und gesellschaftliche Umgangsformen. Einheimische freuen sich über echtes Interesse an ihrem Land und ihren Lebensgewohnheiten. Das bringt keinen Verzicht mit sich, sondern im Gegenteil eine Bereicherung.

Vorbild sein. Wer sich als Tourist sobenimmt, wie er es selbst von Gästen erwarten würde, liegt bestimmt richtig. Als Eltern sollte man bedenken: Man ist immer Vorbild – für eigene Kinder genauso wie für fremde.


Ich bin ein Teil der Welt


Die Anregungen zur Reiseplanung stammen aus dem Buch „Ich bin ein Teil der Welt. Ein ökosozialer Elternratgeber“. Herausgegeben hat das Werk die ARGE Schöpfungsverantwortung. Sie ist eine ökosoziale Bewegung in der katholischen Kirche mit Sitz in Wien.
Der Ratgeber bietet praktische Tipps zum nachhaltigen Leben für Familien, von der Babyausstattung, Ernährung, Einkauf bis zu Müllvermeidung und Geldanlage. Erschienen im Tyrolia-Verlag, 14,95 Euro.
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