Ausgabe: 2009/25, Zuschauen, Kopf der Woche, Romy Grasgruber, Welttag der Flüchtlinge, Respekt, Menschenwürde, Vielfalt, Zivilcourage, Aktionsgruppe, Lichterkette 2009
17.06.2009
- Hans Baumgartner
Am 20. Juni ist Welttag der Flüchtlinge. Zwei Tage vorher finden in Graz und Wien Lichterketten „für Respekt, Menschenwürde, Vielfalt und Zivilcourage“ statt. Eine der Initiatorinnen ist Romy Grasgruber.
„Zuaschaun kann ich net“, heißt es in einem bekannten Operettenlied. Gar nicht nach Operette war den zwei befreundeten Studentinnen Romy Grasgruber und Maria Sofaly zumute, als sie wieder einmal darüber diskutierten, warum in Österreich so wenige gegen ausländer- und islamfeindliche Hetzparolen und antisemitische Ausfälle aufstehen. „Wir haben schon oft darüber gesprochen, aber es war das erste Mal, dass wir nicht nur gesagt haben, wie schrecklich das ist, sondern dass wir uns vorgenommen haben, selbst etwas zu tun“, erinnert sich Grasgruber. „Denn auch wer ,nur‘ zuschaut, wird mitschuldig.“
Zeichen setzen. Zunächst schickten sie aus einer Mischung „von Ärger, Idealismus, Naivität und Energie“ einen Aufruf über ihren persönlichen Mailverteiler. „Da bekamen wir so viele positive Rückmeldungen, die uns ermutigten mehr zu tun. Da ist die Idee, eine Lichterkette für Respekt, Menschenwürde, Vielfalt und Zivilcourage zu organisieren, immer konkreter geworden. Wir haben daraufhin auf der Internetplattform Facebook eine Gruppe aufgemacht. Und innerhalb kurzer Zeit haben sich 8000 Leute eingetragen, die unsere Aktion unterstützen“, ist Grasgruber überwältigt. Eine Aktionsgruppe konnte gebildet werden. „Wir wollen ein sichtbares Zeichen setzen, dass es bei uns immer noch viele Menschen gibt, die für Solidarität und ein gutes Miteinander eintreten“, sagt Grasgruber.
- Mehr Infos: www.lichterkette2009.at
Romy Grasgruber: „Ich habe mir oft gedacht, wie es mir als Zuwanderer, Flüchtling oder Migrantenkind ginge, wenn ich solche Hetzplakate sähe. Mit unserer Aktion wollen wir auch zeigen, dass jede und jeder etwas tun kann.“