Die Koalitionsregierung hat sich auf eine Verschärfung des Asyl- und Fremdenrechts verständigt. Die schon bisher vom Menschenrechtsbeirat kritisierte Anwendung der Schubhaft soll ausgeweitet werden. Abschiebungen sollen rascher erfolgen. Damit will man offensichtlich vor den nächsten Landtagswahlen „Härte“ zeigen. Doch die eigentlichen Probleme werden damit nicht gelöst: nicht die Schwierigkeiten, die es bei der Integration von Zuwanderern gibt, nicht die Flucht vor elenden Lebensverhältnissen in ehemaligen Ostblock- und Dritte-Welt-Ländern; nicht die zunehmende Kriminalität durch „ausländische Banden“ in Folge einer schlecht organisierten Ausweitung der Schengen-Grenzen. Und so werden rechte Popu-listen mit ihrer Hetze gegen „Fremde“ und Muslime weiterhin offene Ohren finden.
Hans Baumgartner
Kein Machtwechsel im Iran Groß waren die Hoffnungen vor allem bei den jungen Iranerinnen und Iranern, dass sich durch die Präsidentschaftswahlen im Iran eine Richtungsänderung hin zu mehr Frieden und Freiheit in ihrem Land abzeichnen werde. Groß war bei jenen nun auch die Enttäuschung, als das Wahlergebnis und damit die Wiederwahl von Ahmadinedschad verkündet wurde. Die Oppositionellen antworteten darauf mit heftigen Protesten; sie zweifeln die Wahl an, denn es riecht stark nach Wahlbetrug. An den diskriminierenden Gesetzen, vor allem gegen Frauen, den Missachtungen der Menschenrechte und an der Nuklearpolitik im Iran wird sich wohl nicht so schnell etwas ändern.