Ein Abend im Landestheater? – Schön wäre es, denken sich manche, aber der Weg nach Linz ist zu weit. Schön ist es, sagen jene, die mit „Szenario“ aus ganz Oberösterreich nach Linz kommen. Ein Bus holt die Opernfreunde vor der Haustüre ab – und bringt sie nach der Vorstellung wieder zurück.
Dienstag, 9. Juni. Um 19.10 Uhr bleiben einige Busse vor dem Linzer Landestheater stehen: Kulturinteressierte Gäste aus Straßwalchen, Pöndorf, Frankenmarkt, Vöcklamarkt und St. Georgen steigen nach der einstündigen Fahrt aus dem Theaterbus. Gerhard Hofmann, ein engagierter Szenario-Mitarbeiter, hat die Fahrt organisiert. „Seit 1996 haben wir eine Busstrecke von 16.000 km zurückgelegt”, erzählt er. Im Durchschnitt fahren bei den drei Theaterfahrten jährlich bis zu 50 Personen mit. Im Bus betätigt sich Hofmann zusätzlich als Opernführer. Heute steht die französische Oper „Manon“ auf dem Programm. Manon von Jules Massenet gehört mittlerweile zu den meistgespielten Werken der französischen Musikliteratur. Die Reisegesellschaft lauscht entspannt den Ausführungen, anschließend wird diskutiert und über diese oder jene Inszenierung „fachgesimpelt“.
Bequem und praktisch. „Ich bin froh, dass wir im Bus schon eine Einführung bekommen haben, sonst würde ich nicht alles verstehen”, sagt Erika Kaiser aus Frankenmarkt. Zwar wird die französische Oper mit deutschen Untertiteln unterlegt, das dauernde Mitlesen ist aber anstrengend. Erika Kaiser sitzt im Parkett rechts, mit gutem Blick auf die Bühne. „Mein Mann und ich fahren hier gerne mit: Es ist bequem und praktisch“, erklärt sie auch gleich, warum das so ist. Die beiden sind grundsätzlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs, eine Busfahrt ins Theater passt daher ideal. „Wichtig ist uns auch das gemeinsame Unterwegssein“, erklärt Franz Kaiser. Außerdem sei es gut, dass man immer wieder von „netten Stücken überrascht werde“, so Erika. „Hier sehe ich oft unbekannte Stücke, die ich mir alleine nicht angeschaut hätte“, meint sie. Dass es sehr angenehm ist, nicht selbst mit dem Auto fahren zu müssen, findet auch Christine Keppel aus Frankenmarkt. Seit zehn Jahren ist sie Mitfahrerin und schätzt es, einen guten Einblick in das Theatergeschehen bekommen zu haben.
Kirchliches Theatervergnügen. Insgesamt an die 1000 Theater- und Opernfreunde nutzen pro Saison das Theater-Angebot. Szenario ist eine Einrichtung des Kath. Bildungswerks und stellt die Abonnements aus verschiedenen Opern, Theaterstücken und Musicals zusammen. Diese haben unterschiedliche Schwerpunkte: Das Abo „Classico“ beinhaltet in der Saison 2009/10 etwa die neue Kepler-Oper von Philip Glass, ein Auftragswerk für die Kulturhauptstadt über den Astronomen Johannes Kepler. Weiters finden sich noch Hoffmanns Erzählungen, Cinderella, die Komödie „Mein Freund Harvey“ und Madama Butterfly von Giacomo Puccini auf dem „Classico“-Programm. Ehrenamtliche Mitarbeiter/innen in den Gemeinden – Stützpunktleiter/innen genannt – organisieren die Bus-Fahrten nach Linz. Fünf Theaterabos stehen heuer zur Auswahl: unter anderem auch für Kinder und für Familien. Und: Die Abo-Preise sind über Szenario günstiger als im freien Verkauf.
Die tragische Geschichte von Manon erzählt Jules Massenet in der gleichnamigen Oper: Die junge, unschuldige Manon kommt zum ersten Mal in die Stadt. Sie soll in ein Kloster eintreten. Die Liebe zu einem jungen Adeligen bringt eine Wende. Doch das Liebesglück ist nicht von Dauer. Das Stück endet mit der Erkenntnis, dass Geld und Luxus kein Ersatz für die wahre Liebe sein können.
Szenario-Theaterabo der Diözese Linz
Immer mehr Menschen schätzen es, das Theater als Begegnungsraum mit Freunden und Bekannten zu genießen und sich anschließend über das Erlebte auszutauschen. „Szenario“ (früher: Christlicher Theaterring) bietet fünf verschiedene Abonnements mit vielen Vorteilen an. Die 80 ehrenamtlichen Stützpunktleiter/innen in den verschiedenen Pfarren informieren über Angebote und koordinieren die Fahrten nach Linz. Vorteile von Szenario sind:
- Preisersparnis von mindestens 25 % gegenüber dem Einzelverkaufspreis - fixe, langfristig bekannte Vorstellungstermine - schriftliche Einführungen vor jeder Vorstellung - Freifahrt mit den LINZ AG Linien ins Landestheater zur Vorstellung.