Wenn überall gespart werden soll, müssen Lehrer/innen, die Bildnerische Erziehung, Musik oder Literatur unterrichten, oft erklären, warum ihre Fächer genauso wichtig sein sollen wie Mathematik oder Physik.
Im Schulalltag sind die kreativen Fächer für die meisten Schüler/innen erholsam. Der „Zeichenunterricht“ ist bis in die Oberstufen die Unterrichtszeit, in der man auch während des Unterrichts seinen Platz verlassen und sich im Klassenzimmer bewegen darf. Weil das aber nicht einfach messbar ist, ob jemand zum Beispiel „gut“ mit Wasserfarben und Pinsel malen kann, werden die sogenannten musischen Fächer schnell als weniger wichtig bewertet.
Kreativ sein. Mit einem Symposion, das sie kürzlich im Stift St. Florian veranstaltet haben, wollten die beiden Pädagogischen Hochschulen in Linz und die Anton Bruckner Privatuniversität aufzeigen, wie wertvoll es für jeden Einzelnen und für die Gesellschaft ist, in der Schule Kreativität zu fördern.
Herausforderung. So lieferte etwa Christian Schacherreiter eine Begründung dafür, warum er es für wichtig hält, Literatur zu lehren. Laut Schacherreiter, der selbst Deutsch unterrichtet und ein Gymnasium in Linz leitet, hat eine Welt voller Zusammenhänge, so wie unsere eine ist, eine entsprechend schwierige Sprache. Er forderte die Lehrer/innen auf: „Macht den Schülern nichts vor, fordert sie, sich mit komplexen Texten auseinanderzusetzen und über sie zu sprechen.“ Das sei auch demokratiepolitisch wichtig, denn wer nur einfachen Sätzen folgen kann, könne nicht kritisch Politik hinterfragen. Wie wir uns in der Gesellschaft zurechtfinden, privat oder im Beruf, hänge davon ab, „was wir und wie wir es sagen“.
Können ist lustig. Wenn es um Anstrengung geht, unterscheiden sich für Schacherreiter musische Fächer nicht von anderen. „Englisch können ist lustig, Englisch lernen natürlich nicht“, sagt er. Genauso gehe es Schüler/innen, wenn sie sich zum ersten Mal mit einem anspruchsvollen dicken Roman auseinandersetzen müssen.