„Seht, wie sie einander lieben“, sollen die Heiden von den ersten Christen gesagt haben. „Seht, wie sie miteinander streiten.“ So sagt man es zurzeit den Katholiken und Katholikinnen der Diözese Linz nach. Doch die mit ihren echten oder digitalen Zeigefingern auf die Diözese Linz weisen, bedenken nicht, dass sie mit ihren Vorwürfen selbst zu Streitverstärkern geworden sind.
In Oberösterreich fühlen sich die meisten völlig zu unrecht als „Streithansln“ hingestellt – ganz abgesehen davon, dass Streiten gut ist, wenn es um der besseren Sache willen geschieht. Geht es nur darum, andere schlecht zu machen oder anzuschwärzen, so ist das kein Streit – es ist Sünde. Streit findet heute sehr leicht Aufmerksamkeit. Viel weniger spektakulär ist die Liebe. Wer weiß schon um die inneren Einstellungen, in denen – weil es gerade aktuell ist – etwa Christen an einer Fronleichnamsfeier teilnehmen – ob eine Herzensverbindung da ist mit dem Geheimnis, das gefeiert wird – oder ob man bei Äußerlichkeiten stecken bleibt? Das „Wie sie einander lieben“ ist nicht so leicht zu entdecken, schon gar nicht fotografierbar – und ist doch das alles Entscheidende im christlichen Glauben.