Ausgabe: 2009/27, Leitartikel, Matthäus Fellinger, entscheidendes Wort, Michael Jackson, Walter Bachmayr, Lebensberater, ja
01.07.2009
Der tragische Tod von Michael Jackson bewegt Menschen weltweit. Am selben Tag, am Freitag Morgen, erreichte die Redaktion die Nachricht vom Tod Walter Bachmayrs. 26 Jahre lang arbeitete er für die KirchenZeitung, schrieb Reportagen, berichtete aus dem Pfarrleben. Ende 1999 verließ er die Redaktion, um sich als Lebens- und Sozial-berater selbständig zu machen. Doch wenige Monate später erlitt er einen Schlaganfall. Seither konnte er kaum sprechen, nicht lesen und war in der Bewegung stark eingeschränkt. Die Sprache, mit der er bis dahin für sich und seine Familie das Brot verdient hatte, stand ihm nicht mehr zur Verfügung. Vordergründig gesehen war es auch aus mit dem Plan, Lebensberater zu werden. Aber sein Leben selbst ist zu einer Art Rat geworden. „Das könnte ich mir nicht vorstellen, ohne Sprache leben zu müssen“, dachten viele und sagten es auch. Er tat es dennoch, oft mit einer gewissen Fröhlichkeit. Schreiben hätte Walter Bachmayr diesen Rat nicht können. Daher leihe ich ihm diesen Platz des Leitartikels. Das Entscheidende des Lebens ist unaussprechlich. Es liegt nicht an den klugen Worten, die man selber spricht. Es liegt darin, dass ein anderer Ja zu einem sagt.