In der Krise muss der Staat Geld in die Hand nehmen. Darin sind sich Politiker und Wirtschaftsexperten einig. Wofür unser aller Geld ausgegeben wird, da beginnen sich die Geister immer mehr zu scheiden. Der deutsche Wirtschaftsminister zu Guttenberg warnt immer eindringlicher davor, mit Steuergeldern jede Bank und jedes Unternehmen, wenn sie nur groß genug sind, zu „retten“. Auch Karl Aiginger vom Wirtschaftsforschungsinstitut drängt darauf, die Krise zu nutzen, um in die Zukunft zu investieren. Und da zeigt sich, dass hier noch viel politischer Wille und eine verstärkte Zusammenarbeit der Sozialpartner notwendig wären, um alte Geleise zu verlassen.
Die Zukunft, das ist vor allem Ausbildung. Anstatt weiter sinnlose Kurse für Arbeitslose anzubieten, die nur die Statistik beschönigen, sollte endlich das Geld auf echte Qualifizierungsmaßnahmen konzentriert werden. 15 Prozent aller Schulabgänger ohne weitere Ausbildung sind arbeitslos, aber nur fünf Prozent jener, die zumindest eine Lehre abgeschlossen haben. Wir haben in manchen Bereichen ein Überangebot an Beschäftigten, während gutes Pflegepersonal immer schwerer zu finden ist. Jetzt in den Ausbau der Pflege zu investieren, wäre eine Riesenchance, um den wachsenden Bedarf in Zukunft decken zu können. Immer noch gibt es mehr oder weniger lange Listen von nicht beschäftigten Junglehrer/innen. Sie, entsprechend geschult, für die Sprachförderung und Integration einzusetzen, wäre Zukunftspolitik. Auch jetzt weiteres Geld für Wärmedämmung auszugeben, wäre gescheiter, als nachher Strafen für das Nichterreichen der Kyoto-Ziele zu bezahlen.