Ausgabe: 2009/27, Proteste, Iran, Iran-Regime, Krise, Demonstrationen, Friede, Demokratie, Mahmud Ahmadinedschad, Kardinal Oscar Rodriguez Maradiaga, Islamisierungspolitik
01.07.2009
Die Demonstrationen im Iran gegen die umstrittene Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad am 12. Juni sind im Hinblick auf mindestens 13 Tote und mehr als 140 Festnahmen zwar weniger geworden. Doch sie finden trotz der Unterdrückung durch die Milizen im kleinen Rahmen immer noch statt. Die Repressionen im Iran sind nach Worten des Präsidenten der internationalen Caritas, Kardinal Oscar Rodriguez Maradiaga, „eine Ungerechtigkeit, zu der die Welt nicht schweigen kann.“ Die Pflicht zur Kritik bestehe darin, dass große Interessen auf dem Spiel stünden, so der Kardinal. Der Druck der Behörden gegen die Oppositionsbewegung könne die Proteste nur eine begrenzte Zeit niederhalten. „Wenn dem Volk die Freiheit vorenthalten wird, die das große Gut für die Menschen ist, wird die Situation früher oder später von neuem explodieren“, sagt Maradiaga. Die aktuellen Protestwellen seien auch Ausdruck der lange angestauten Wut der religiösen Minderheiten (darunter etwa 250.000 Christen) im Iran gegenüber der staatlichen \"Islamisierungspolitik“, betonte Berthold Pelster, Iran-Experte des katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“.