Wer Spritzmittel gegen Schädlinge einsetzt, bekämpft Symptome, aber nicht die Ursache. Experten gehen davon aus, dass in einem naturnahen Garten Schädlinge kaum ein Problem darstellen, weil dort das biologische Gleichgewicht stimmt.
Schädlinge sind die Gartenbewohner nur für uns, von der Natur sind sie wichtiges Futter für andere Tiere. Wenn sie in einem Garten überhandnehmen, heißt das nichts anderes, als dass ihre natürlichen Feinde zu wenig vorhanden sind. Wer es aushält, kann beobachten, wie die Natur das biologische Gleichgewicht selbst wieder herstellt. Ein Strauch, der stark von Blattläusen befallen ist, wird später von vielen Insektenlarven bewohnt. Marienkäfer, Flor- und Schwebfliegen vermehren sich entsprechend ihres Nahrungsangebotes. Das funktioniert allerdings zeitversetzt und nicht sofort. Dass sich manche Tiere von Pflanzen ernähren, sollten naturnahe Gärtner/innen aushalten. Wer ohne Gift arbeiten will, sollte damit leben können, dass zehn bis zwanzig Prozent der Ernte der Natur gehört.
Passende Pflanzen. Wenn eine Pflanze trotz bester Bedingungen immer wieder von Schadinsekten befallen oder durch Pilzerkrankungen geschwächt wird, soll sie besser durch eine standortgerechte und widerstandsfähige Pflanze ersetzt werden. Es gilt zu überlegen, ob der Boden für die Pflanze passt (sauer, kalkig; nährstoffreich oder mager) und ob sie genug Wasser, Nährstoffe und Licht bekommt.
Vorbeugen. Gundlage für vorbeugenden Pflanzenschutz im Gemüsegarten sind Sortenvielfalt und Fruchtwechsel. Das heißt, Pflanzen aus einzelnen Pflanzenfamilien wie Hülsenfrüchte, Krautgewächse oder Nachtschattengewächse sollen abwechselnd gepflanzt werden und an jedem Standort jedes Jahr andere Pflanzen. Mehrjährige Pflanzen wie Beerensträucher oder Kräuter sollen deshalb am Rand oder auf anderen Flächen und nicht im Gemüsegarten gezogen werden.
Nützlinge. Nützlinge sind Tiere, die Pflanzen von Schädlingen vorbeugend freihalten oder befreien. Es ist nicht immer leicht, Tiere in Nützlinge oder Schädlinge zu unterteilen. Ohrwürmer fressen gerne Blattläuse und andere kleine Insekten, sie naschen aber auch gern an Zier- und Nutzpflanzen. Nützlinge kann man zum Beispiel mit Blühpflanzen anlocken oder kaufen und freisetzen. Man kann sie auch selbst umsiedeln, zum Beispiel ein Blatt mit Marienkäfern oder Larven zu einer Pflanze mit Blattläusen bringen.
Gartenbewohner. Eine gute Unterschlupfmöglichkeit für Insekten, Säugetiere, Vögel und andere Lebewesen bieten Hecken aus verschiedenen heimischen Wildgehölzen. Auch Holzhaufen aus Baumschnitt und Baumstümpfe bieten vielen Tieren zu jeder Jahreszeit Arbeit und Unterkunft. Wer weniger Platz zur Verfügung hat, kann Nistkästen für Vögel und Fledermäuse anbringen. Auch Insekten kann man „Wohnungen“ anbieten. Solche Insekten-Nisthilfen („Insektenhotel“ oder „Nützlingshaus“) könnten aus verschiedenen Bereichen bestehen: Rundholzscheibe aus witterungsbeständigem Holz mit verschieden großen und langen Löchern, leicht schräg nach oben verlaufend; Strohhalme und Bambusröhren gebündelt (etwa zehn Zentimeter lang, an einer Seite geschlossen), gebündeltes Totholz, Hartholzblock, zehn Zentimeter dick, mit Löchern von zwei bis zehn Zentimetern Durchmesser; Hohlblockziegel. Das „Haus“ sollte an Südwänden oder südseitig an Bäumen regen- und windgeschützt aufgestellt werden. Ein Blumentopf, mit Holzwolle oder Stroh gefüllt, unter Sträuchern oder in der Wiese aufgestellt oder verkehrt am Baum aufgehängt, wird gern von Ohrwürmern bewohnt.
- Bei „Die Umweltberatung“ gibt es die 100Seiten starke Broschüre „Natur-Nische Hausgarten“ mit Tipps und Ratschlägen zum Gärtnern ohne Gift. Zahlreiche Nützlinge und Schädlinge werden darin vorgestellt, mit Maßnahmen zum Anlocken oder zum Fernhalten vom Gemüse. Gratis – Versandkosten sind zu bezahlen – zubestellen unter Tel. 01/803 32 32, Fax DW -32 oder als Download auf der Homepage www.umweltberatung.at