Immer häufiger wird das Internet für religiöse Inhalte genutzt. Auf Online-Netzwerken wie StudiVZ oder Facebook mischen vermehrt katholische Gruppierungen mit.
Fast jeder zweite religiös interessierte Internetnutzer ist mittlerweile Mitglied einer religiösen Gruppe auf Plattformen wie Facebook oder StudiVZ. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des deutschen Mediendidaktikers Bernd Trocholepczy. Insbesondere die Möglichkeit, selbst Inhalte ins Internet zu stellen, wird nach den Angaben des Experten intensiv genutzt. Bei Facebook zu finden sind etwa katholische Fans des italienischen Volksheiligen Pater Pio sowie von Benedikt XVI., katholische Jugendgruppen oder Sympathisanten des Festes der Freude mit Bischof Schwarz im Linzer Mariendom (siehe rechts). Letztere Gruppe hat allein über 40 Mitglieder.
Geht in die Communities. Online-Plattformen sind für Organisationen eine gute Möglichkeit, die eigene Zielgruppe besser zu erreichen bzw. zu erweitern. Die Hemmschwelle, im Internet einer Gruppe beizutreten oder Kontakte zu knüpfen, ist gleich null. Gerade bei katholischen Gruppen, die sich manchmal schwer tun, ihren Insiderkreis zu erweitern, ein Riesenvorteil. Für den Forscher Trocholepczy ist die Nutzung des Internets deshalb überhaupt das Gebot der Stunde: „Der biblisch überlieferte Auftrag Jesu – in Bezug auf das Internet würde er heute lauten: Geht hin in die Communities, da wo die jungen Leute sind, da wo über die Themen diskutiert wird, die auch die Kirche bewegen.“Es ist eine Idee, die die Katholische Aktion (KA) in Oberösterreich aufgreifen wird. Ab Herbst wird dafür eine eigene Online-Plattform www.thematisch.at starten. Internetnutzer werden dabei eingeladen sein, über kirchliche und gesellschaftliche Themen zu diskutieren bzw. selbst Inhalte reinzustellen. KA-Generalsekretär Bernhard Rudinger: „Über diese Schiene wollen wir auch Leute erreichen, die bisher kaum Kontakt zu uns gehabt haben.“
Social Network
Das Grundprinzip von Social-Network-Seiten wie Studi-VZ oder Facebook ist die Vernetzung über Freundschaftslisten. Alle Benutzer tragen sich mit eigenem Profil ein. Über Gruppen kann die Vernetzung über gemeinsame Interessen erfolgen.
Infos zur Studie über religiöse Präsenz im Internet: www.kirche-im-web20.de