Österreicher beim Abschluss des Paulusjahres in Damaskus
Ausgabe: 2009/28, Orthodoxie, Kirchen des Orients, Paulusjahr, Damaskus, Patriarch Gregor III., Paulustor, Großmufti, Syrien, Kirche St. Paul, Pro Oriente
08.07.2009
Eine Delegation der Stiftung „Pro Oriente“ nahm an den Abschlussfeierlichkeiten zum Paulusjahr in Damaskus teil. Die Vielfalt und Lebendigkeit der orientalischen Kirchen beeindruckten die Gäste aus Österreich.
Damaskus ist der Ort, an dem Paulus seine verwandelnde Begegnung mit Christus hatte. Dementsprechend feierlich wurde dort das Paulusjahr beschlossen. Unter den 15 christlichen Delegationen, die aus aller Welt angereist waren, befand sich auch eine von Abt Anselm von der Linde aus Mehrerau angeführte und von „Pro Oriente“ organisierte Gruppe aus Österreich. Sie war vom melkitisch-katholischen Patriarchen Gregor III. Laham eingeladen worden. Mit ihm feierten die österreichischen Gäste auch den Festtag Peter und Paul mit einem Gottesdienst in der Kathedrale und einer Prozession durch die Gerade Straße zum Paulustor.
Zuvor gab es für die Delegationen ein reichhaltiges liturgisches Programm, Vorträge, eine Wallfahrt zum alten orthodoxen Frauenkloster nach Saidnaya und ein Konzert von Chören aus verschiedenen Kirchen in der Oper von Damaskus. Bereits am Vorabend des Festtages fand im Freien neben der Kirche St. Paul eine Vesper mit dem griechisch-orthodoxen Patriarchen Ignatius IV. statt. Eine große Pfadfindergruppe geleitete mit Trommeln und Fanfaren den Patriarchen und die Gäste zum Altar. „Bei solchen Anlässen kann man die Vitalität und Lebendigkeit der Kirchen des Orients erleben“, berichtet ein von der mitfeiernden Menschenmenge beeindruckter Hans Hollerweger. „Zum Abschluss der Vesper hielt auch noch der Großmufti von Syrien eine mit viel Applaus unterbrochene Ansprache, ein Beweis, dass in Syrien Christen und Muslime gut miteinander auskommen“, meint der Gründer der Initiative Christlicher Orient. Unterstrichen wurde das auch, so Hollerweger, durch den betont freundlichen Empfang der christlichen Delegationen durch den syrischen Staatspräsidenten Baschar al Assad.