Nach Berichten der Welternährungsorganisation FAO wird die Zahl der Menschen, die ständig an Hunger leiden, von 830 Millionen auf über eine Milliarde zunehmen. Die gestiegenen Preise für Nahrungsmittel und Energie und die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise trifft die ärmsten Länder voll. Dieser Dramatik hat sich auch der G8-Gipfel nicht verschlossen.
Die Bauern in den armen Ländern sollen rund 20 Milliarden Dollar für die Ankurbelung der Nahrungsmittelproduktion erhalten. Ob das ein Segen oder eine Drohung ist, wird sich erst herausstellen. Denn so lange die reichen Länder billig subventionierte Nahrungsmittel in Entwicklungsländer verkaufen, werden die Bauern dort keine Absatzmärkte haben. Und so lange westliche Agrarkonzerne mit ihrem Saatgut auch die Bauern der armen Länder unter Kontrolle bringen wollen, geht diese Rechnung wieder auf Kosten der Armen und der Natur.
Hans Baumgartner
Nabucco-Gaspipeline hinterfragen
Am vergangenen Montag wurde in Ankara der Vertrag zum Bau der Nabucco-Gaspipeline unterzeichnet. Österreich verpflichtet sich damit auf Jahrzehnte, Erdgas von den Förderländern im kaspischen Raum, das durch die Türkei in die EU fließen wird, zu beziehen. Russland wird dabei umgangen.
Die langfristige Vertragsverpflichtung stimmt nachdenklich, gerade im Hinblick auf die CO2-Emissionen. Hier ist zu hinterfragen, ob es zukünftig nicht sinnvoller wäre, auf erneuerbare Energien wie Sonne oder Wind zu setzen und dafür zu investieren.