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Mit einer vierten Variante für das Kinderbetreuungsgeld sollen mehr Väter in Karenz gehen, der beitragsfreie Kindergarten soll die Erwerbstätigkeit der Mütter fördern.
Das Kinderbetreuungsgeld ist bundesweit geregelt (siehe linke Spalte). Der Kindergarten ist Ländersache. Zu Beginn des beitragsfreien Kindergartens stand die Diskussion um die Sprachförderung von Migrantenkindern. Sie sollten vor Schuleintritt Deutsch lernen. Wenn ein Kindergartenjahr verpflichtend ist, muss es gratis sein, die folgende Forderung.
Familie und Beruf. In Vorarlberg ist das letzte Kindergartenjahr gratis, in Tirol für Vier- und Fünfjährige und in Oberösterreich für alle Kinder ab zweieinhalb. Argument für den beitragsfreien Kindergarten ist jetzt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Unterstützung. Dass der Kindergarten Familien unterstützen kann, wenn die Eltern erschöpft sind, davon ist etwa Prim. Dr. Werner Leixnering, Leiter der Jugendpsychiatrie an der Landes-Nervenklinik Oberösterreich, überzeugt. Für ihn ist klar, „dass ab dem dritten Lebensjahr bei intakter Familiensituation der Kindergarten absolut kein Problem ist.“
Kinder nicht vergessen. Auch wenn dieFamilien damit finanziell entlastet werden, sieht Mag. Renate Krenn, dass der beitragsfreie Kindergarten viel Geld kostet, an Personal und für Räumlichkeiten. Sie ist in derCaritas Oberösterreich für deren Kindergärten zuständig. HR Dkfm. Werner Höffinger, Vizepräsident des Katholischen Familienverbandes, möchte von einer „arbeitsorientierten Familienwelt hin zu einer familienorientierten Arbeitswelt“ kommen. Er sieht die Gefahr, bei der Förderung von außerfamiliärer Betreuung auf die Kinder zu vergessen.
Geld für Kinder
Zur Sache
Derzeit gibt es drei Varianten für Kinderbetreuungsgeld.
- Variante 30 plus 6: Bezug des Kinderbetreuungsgeldes bis zur Vollendung des 30. Lebensmonates des Kindes, pro Tag 14,53 Euro. Wenn sich Vater und Mutter in der Kinderbetreuung abwechseln, verlängert sich die Bezugsdauer um sechs Monate. Ein Betreuungsblock muss mindestens drei Monate dauern.
- Variante 20 plus 4: DasKindergeld kann bis zum 20.Lebensmonat des Kindes bezogen werden, die Höhe beträgt 20,80 Euro pro Tag. Gehen beide Elternteile in Karenz, verlängert sich die Bezugsdauer um vier Monate.
- Variante 15 plus 3: DasKinderbetreuungsgeld beträgt täglich 26,60 Euro bis zur Vollendung des 15. Lebensmonats des Kindes. Die Bezugsdauer kann um drei Monate verlängert werden, wenn sich die Eltern in der Betreuung abwechseln.
Weil das Kinderbetreuungsgeld tageweise ausbezahlt wird, ist der Betrag nicht jedes Monat gleich. Um die zusätzlichen Monate in Anspruch nehmen zu können, muss der zweite Elternteilmindestens drei Monate inKarenz sein. Die Zuverdienstgrenze von 16.200 Euro im Jahr darf nicht überschritten werden.
Eine vierte Variante ist inPlanung, die Koalitionspartner sind sich aber über Details noch nicht einig. Sie ist einkommensabhängig und soll 80 Prozent des Netto-Letztbezugs für 14Monate betragen – mindestens 1.000, höchstens 2.000 Euro im Monat. Einkommenslose Bezieher und Bezieherinnen sollen diese Variante mit 1.000 Euro wählen können.
- Informationen über das Kinderbetreuungsgeld gibt es auf der Homepage: www.help.gv.at/Content.Node/8/Seite.080600.html
Bin ganz zufrieden
Ruth hat Kinderbetreuungsgeld für 30 Monate beantragt. Ihr Sohn ist 10 Monate alt. Ihr Mann wird nicht in Karenz gehen. „Das war kein Thema“, sagt sie. Es würde sich finanziell nicht auszahlen, bald wieder arbeiten zu gehen. Ruth hat mit ihrem Arbeitgeber vereinbart, dass sie 30 Monate daheimbleiben kann. Damit Karenz auch für die Väter attraktiver wird, ist sie dafür, das Kinderbetreuungsgeld an das Einkommen anzupassen. Für sich ist sie „ganz zufrieden, so wie es ist.“
Keine Verbesserung
Die Buben von Harald sind fast vier und zwei Jahre alt. In Karenz zu gehen wäre für ihn ein Thema gewesen, aber „der Arbeitgeber ist dagegen.“ Die vierte Variante für das Kinderbetreuungsgeld ist für ihn keine Verbesserung für die Familien. „Eine Verbesserung wären vier Jahre mit 400 Euro im Monat oder so“, ist er überzeugt. Den Gratis-Kindergarten hält er für übertrieben, „weil das Geld nicht da ist.“ In ein paar Jahren müssten die Arbeitnehmer/innen das als Steuern zurückzahlen.