Menschen in Russland [ NUR FUER REDAKTIONELLE VERWENDUNG! (c) www.BilderBox.com, Erwin Wodicka, Siedlerzeile 3, A-4062 Thening, Tel. + 43 676 5103678.Verwendung nur gegen HONORAR, BELEG, URHEBERVERMERK nach AGBs auf bilderbox.com], ejw, Europa, europ
Aus der Praxis: Johann kommt in dieBeratung, weil er einfach nicht mehr weiß, wie es weitergehen soll. Er lebt allein und muss sich eine neue Wohnung suchen. Sein Einkommen besteht aus der Grundsicherung und er kann bald die Pensionbeantragen. Er empfindet diese Behördengänge als eine große Hürde, die er nichtangehen kann. Außerdem ist auch im gesundheitlichen Bereich einiges zu tun.Johann hat viele Jahre im Ausland gelebt und als er zurückgekommen ist, hat er sich schwer wieder zurechtgefunden. Er hat keine feste Arbeit gefunden und hat sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser gehalten.
Manche sehen die Pension nicht als „wohlverdienten Ruhestand“, sondern als Endeihres Lebens. Schon den Antrag zu stellen kann Angst machen, wenn man meint, nicht wertvoll genug für die Gesellschaft zu sein.
Johann erzählt, dass er im Ausland immer gut mit allem fertig werden konnte, aber hier fühlt er sich als Außenseiter. Er hat kaumKontakte, braucht aber den Austausch. Viele Erfahrungen haben ihn auch misstrauisch gemacht, da verschiedene Menschen versucht haben, ihn zu manipulieren.
Stark aus Krisen. In seiner Lebensgeschichte gab es immer wieder sehr schwere Zeiten, die ihn aber letztendlich gestärkt haben. Er hat eine Scheidung hinter sich, hat denArbeitsplatz verloren und musste sich immer wieder neu orientieren. In den Gesprächen wird der Verlust und die Trauer aus diesen Krisen thematisiert. Die Ressourcen, die er sich damit erarbeitet hat, kann er sehen.
Angst vor Bewertung. Johann sieht imPensionsansuchen einen Schritt, der ihn „ins Grab bringt“ und er möchte daher diesenAntrag nicht stellen, weil er sich nicht sosehen kann. Dieser Schritt endet für ihn im Friedhof und das macht ihm Angst. Außerdem glaubt er, dass ihn die Angestellten der Pensionsversicherung bewerten, und das möchte er nicht. Er hat sein Leben so gelebt, wie er es für richtig befunden hat. Er kannkeine klassische berufliche Karriere vorweisen und glaubt daher, keinen Anspruch zu haben. Der Gedanke der Solidarität scheint für ihn nicht verbindlich zu sein. Diese Gedanken kann Johann in den Beratungsstundenformulieren. Ihm wird damit auch klar, dass er als Mensch zählt und nicht seine Versicherungsjahre. Er kann seine Stärken wiedersehen und deshalb gelingen diese Schritte.
Ich sein ohne Rechtfertigung. Sein Gefühl, andere sollten seine Handlungsweisen verstehen, ist noch da, aber er weiß, dass er sich nicht rechtfertigen muss und kann dies auch immer besser leben.
Suche nach Freude. Inzwischen bezieht er seine Pension und denkt darüber nach, wie er die alten Kontakte im Ausland wieder aufnehmen und so in seinem Leben Freude und Beziehungen aufbauen kann.
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